Rund 35 Prozent der gesamten Energie werden im Gebäudebereich verbraucht. Fast die Hälfte geht auf das Konto der sogenannten Nichtwohngebäude, also zum Beispiel Fabriken und Büros, aber auch Schulgebäude und Kindergärten, Sporthallen und Schwimmbäder, Rathäuser und andere öffentliche Gebäude. Gerade Kommunen, kommunale Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen können durch energetische Gebäudesanierung enorme Einsparpotenziale in den rund 300.000 Gebäuden der öffentlichen Infrastruktur ausschöpfen. Dadurch lassen sich die Energiekosten erheblich senken und die kommunalen Haushalte nachhaltig entlasten.

Rund 3,4 Milliarden Euro jährlich müssen Städte und Gemeinden in Deutschland allein dafür aufbringen, ihre Liegenschaften mit Strom und Wärme zu versorgen. Wie viel Einsparpotenzial besteht, zeigt außerdem ein Blick auf den gesamten öffentlichen Sektor: Zwei Drittel seines Energieverbrauchs gehen auf das Konto der Kommunen. Energieeinsparungen schonen nicht nur die Umwelt, sondern helfen Kommunen gleichzeitig aus ihrer aufgrund von steigenden Energiepreisen und begrenzten Haushaltmitteln angespannten Situation.

Ob die Errichtung eines klimafreundlichen Wärmenetzes, ein modernes Heizsystem oder energieeffiziente Fassadendämmung: Die Investitionen in eine energieeffizientere Zukunft müssen Kommunen, kommunale Unternehmen und gemeinnützige Organisationen nicht allein schultern. Denn das BMWK unterstützt Sie mit verschiedenen Förderangeboten, zum Beispiel:

  • Energieberatung: Um Kommunen beim Energiesparen zu unterstützen, fördert das BMWK Beratungen für energetische Gebäudesanierungen und den Neubau energieeffizienter Gebäude. Mehr
  • Bauen, sanieren – sparen: Für Neubau, Ersterwerb ebenso wie für energetische Sanierungen und Einzelmaßnahmen erhalten Kommunen, kommunale Unternehmen oder soziale Organisationen mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zinsgünstige Kredite in Verbindung mit Tilgungszuschüssen oder einen Investitionszuschuss.
  • Wärmeinfrastruktur: Die Neuerrichtung oder Transformation von Wärmenetzen wird vom BMWK mit der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) finanziell unterstützt.
  • Von Solarthermie und, Wärmepumpen zum Gebäudenetz: Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) können Kommunen ihre Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umstellen. Neben dezentralen erneuerbaren Heizungen werden Gebäudenetze mit bis zu 16 angeschlossenen Gebäuden oder bis zu 100 Wohneinheiten gefördert.

Für Kommunen, kommunale Unternehmen und gemeinnützige Organisationen wird zur Unterstützung von Energieberatung und Energieaudits die „Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme“ (EBN) angeboten, diese ist in drei Module unterteilt.

Modul 1: Energieaudit DIN EN 16247
Im Rahmen dieses Moduls werden Energieaudits gefördert, die den wesentlichen Anforderungen an ein Energieaudit im Sinne von § 8a des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) und insbesondere den Anforderungen der DIN EN 16247 entsprechen.
Förderanteil: max. 80 Prozent der förderfähigen Kosten, max. 6.000 Euro bzw. 1.200 Euro bei KMU, deren Energiekosten jährlich bei weniger als 10.000 Euro liegen.

Modul 2: Energieberatung DIN V 18599
Gefördert werden Energieberatungen für Nichtwohngebäude im Bestand und im Neubau, die es ermöglichen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien in den Planungs- und Entscheidungsprozess einzubeziehen und damit die Effizienzpotentiale zum individuell günstigsten Zeitpunkt auszuschöpfen.
Förderanteil: max. 80 Prozent der förderfähigen Kosten, max. 8.000 Euro

Modul 3: Contracting-Orientierungsberatung
Eine in diesem Modul geförderte Contracting-Orientierungsberatung zielt auf ein Contracting-Modell mit vertraglicher Einspargarantie.
Förderanteil: max. 80 Prozent der förderfähigen Kosten, max. 10.000 Euro

Das Förderprogramm kann auch von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Nicht-KMU, die unter die Bagatellgrenze des Energiedienstleistungsgesetz (EDL-Gesetz) fallen, in Anspruch genommen werden.

Energiespar-Contracting ist eine hochspezialisierte Energiedienstleistung, bei der ein Energiedienstleistungsunternehmen – der so genannte Contractor – umfassende Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz plant, finanziert und realisiert. Das Besondere dabei: Der Contractor garantiert Ihnen die berechnete Energieeinsparung. Im Gegenzug erhält er einen Teil der erzielten Energiekosteneinsparungen bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Danach geht die Anlage komplett in das Eigentum der Kommune über. Eine Win-win-Situation, von der auch das Klima profitiert. Mehr

Wärmenetze spielen eine Schlüsselrolle in der Energiewende: Über sie können viele Haushalte effizient mit – künftig - grüner Wärme versorgt werden. Neben verschiedenen erneuerbaren Wärmequellen kann auch Abwärme aus industriellen und gewerblichen Prozessen eingesetzt werden. Mit der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) fördert das BMWK deshalb die schrittweise Transformation von bestehenden Wärmenetzen hin zur vollständigen Treibhausgasneutralität bis spätestens 2045. Durch die BEW wird außerdem der Bau von neuen Wärmenetzen unterstützt, die einen mindestens 75-prozentigen Anteil an erneuerbaren Energien und/oder eingekoppelter Abwärme aufweisen. Auch die Erweiterung von Netzen ist förderfähig, etwa zur Anbindung weiterer Gebiete an die Fernwärme. Als Technologien werden dabei unter anderem Großwärmepumpen, Solarthermie, Geothermie und Wärmespeicher finanziell unterstützt.

Ganze Stadtviertel im Blick: Ob die Einrichtung effizienter Energieversorgungssysteme oder der Ausbau erneuerbarer Energien – Kommunen, die in die energetische Sanierung von Gebäudekomplexen oder ganzer Stadtviertel investieren, erzielen eine noch größere Gesamtenergieeinsparung. Von kommunalen Nahwärmenetzen oder einer energiesparenden Wasser- und Abwasserversorgung profitieren letztlich alle Bürger und Bürgerinnen wie auch ansässige Unternehmen. Die Bundesregierung unterstützt diese sogenannten Quartierslösungen über die KfW-Programme „IKK/IKU – Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung (201/202)“.

Ein Sanierungsmanager unterstützt Kommunen dabei, anspruchsvolle Lösungen in der Energie- und Wärmeversorgung für Ihre Gemeinden oder Stadtteile zu planen (Quartierskonzepte) und umzusetzen. Er sorgt auch für die Teilhabe der Bürger und Bürgerinnen einschließlich Gebäude- und GrundstückseigentümerInnen am jeweiligen Sanierungsprojekt. Im direkten Dialog mit AnwohnerInnen kann er beispielsweise direkt über die Vorzüge eines Nahwärmeanschlusses aufklären. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel Informationsabende, sollen auch die Mieterinnen und Mieter von Anfang an informiert und in das Sanierungsvorhaben eingebunden werden. Mehr

Bei der energetischen Sanierung ganzer Stadtviertel fallen umfangreiche Kosten an, die Kommunen in den meisten Fällen selbst nicht ohne weiteres aufbringen können. Deshalb unterstützt die Bundesregierung Kommunen und kommunale Unternehmen mit dem KfW-Kreditprogram „IKK/IKU – Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung (201/202)“. Das Besondere: Es ist keine maximale Kreditsumme festgelegt, sodass Sie ein Darlehen für jede zutreffende Sanierungsmaßnahme in Anspruch nehmen können. Dazu können zum Beispiel Investitionen in eine effizientere Wärmenutzung – zum Beispiel durch ein kommunales Nahwärmenetz – aber auch in Wasser- und Abwassersysteme zählen.