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Windräder nutzen die Bewegungsenergie des Windes, um einen Generator anzutreiben und mechanische in elektrische Energie umzuwandeln. Rund 46 Prozent des erzeugten erneuerbaren Stroms bzw. 134 Terawattstunden (TWh) stammten 2025 aus Windkraft. Damit ist die Windkraft der größte erneuerbare Stromerzeuger in Deutschland.
Der Bau von Windkraftanlagen wird von vielen Faktoren beeinflusst, wie Genehmigungsverfahren, Flächenverfügbarkeit, aber auch der Teilhabe und Akzeptanz der Bevölkerung. Bürgerwindparks, wie dieses Beispiel, zeigen, wie Kommunen und auch Bürgerinnen und Bürger an Windenergieprojekten teilhaben können.
Bei der Windenergie wird zwischen Offshore- und Onshore-Anlagen unterschieden: Offshore bezeichnet Windkraftanlagen auf dem Meer wie der Nord- und Ostsee. Sie erzeugten 2025 rund 26,5 TWh Strom. Windkraftanlagen an Land erzeugten im selben Jahr rund 107,4 TWh Strom.
2025 wurden in Deutschland 3.370 Windenergieanlagen an Land mit einer Leistung von 21.092 Megawatt (MW) neu genehmigt. Dieser Wert ist der Höchstwert der insgesamt rasanten Entwicklung in den letzten Jahren. Allein 2024 und 2025 wurden insgesamt mehr als 35,5 Gigawatt (GW) neue Anlagenleistung genehmigt.
Windenergie auf See
Die Ausbauziele liegen bei Windenergie auf See bei 30 GW Leistung bis 2030, 40 GW bis 2035 und 70 GW bis 2045. Zum Ende des ersten Halbjahres 2025 waren 1.674 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 9,7 GW in Betrieb.
Windenergie an Land
An Land soll die Leistung bis 2030 auf bis zu 115 GW wachsen und bis zum Jahr 2040 auf 160 GW ansteigen. Sowohl für Bürgerenergiegesellschaften als auch Kommunen ist es attraktiv, entsprechende Anlagen zu planen und zu betreiben oder sich daran finanziell zu beteiligen.
Bürgerinnen und Bürger können sich unter anderem beteiligen, indem sie gemeinwohlorientiert vor Ort Wind- oder Solarparks betreiben. Um diese dezentralen Strukturen zu entwickeln und zu unterstützen, gibt es das Förderprogramm für Bürgerenergiegesellschaften.
Bürgerenergiegesellschaften können vor Ort Strom aus Wind- oder PV-Parks erzeugen und nutzen, ohne an den Ausschreibungen des EEG teilnehmen zu müssen. Darüber hinaus lassen sich auch größere EE-Kraftwerke realisieren, um über direkte Stromlieferverträge (PPAs) ortsansässige Unternehmen und Industrie direkt mit günstigem und CO₂-freiem Strom zu versorgen.
Was im Großen funktioniert, kann sich auch für das eigene Zuhause oder im Wohnquartier rechnen: Sogenannte Kleinwindkraftanlagen lassen sich auf dem Dach, im Garten und auf dem Balkon installieren. Ob sich das lohnt, ist beispielsweise vom Standort und der Umgebungsbebauung abhängig. Bäume oder benachbarte Gebäude können den Ertrag schmälern.
Geben die Windverhältnisse vor Ort eine wirtschaftliche Nutzung her, reicht es oft, vor der Aufstellung die Nachbarschaft und das zuständige Bauamt zu informieren. In vielen Bundesländern ist eine baurechtliche Genehmigung für Windturbinen bis zu zehn Metern Höhe nicht erforderlich.
Von Förderung profitieren
Wer als Privatperson oder gemeinnütziger Zusammenschluss – etwa als Bürgerenergiegesellschaft – eine Kleinkraftwindanlage plant, kann dafür eine Förderung der KfW in Anspruch nehmen, sofern ein Teil des erzeugten Stroms eingespeist, beziehungsweise verkauft wird.
3 Fragen an Claudia Bredemann, Referentin Natur und Artenschutz, Planung und Genehmigung, Fachagentur Windenergie an Land
Das sagt die Expertin
Frau Bredemann, wie viele Haushalte können im Durchschnitt von einer modernen Windenergieanlage mit Strom versorgt werden?
Eine Windenergieanlage mit einer Nennleistung von 5 Megawatt erzeugt rund 10 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, womit sie bilanziell gut 3.000 Haushalte versorgen kann. Abhängig vom Standort und Windaufkommen können die Werte jedoch schwanken.
Eine Windenergieanlage mit einer Nennleistung von 5 Megawatt erzeugt rund 10 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, womit sie bilanziell gut 3.000 Haushalte versorgen kann.
Claudia Bredemann, Referentin Natur und Artenschutz, Planung und Genehmigung, Fachagentur Windenergie an Land
Welche Standorte eignen sich besonders gut für die Windenenergieerzeugung und was ist bei der Wahl des Standorts zu beachten?
Besonders geeignet sind aus wirtschaftlicher Sicht Standorte mit einem guten Windaufkommen, einer guten Zugänglichkeit und infrastrukturellen Anbindung. Zudem sollte der Standort möglichst außerhalb von Schutzgebieten liegen und keine Vorkommen gefährdeter Vogelarten aufweisen. Zur Einhaltung der Vorgaben des Immissionsschutzes und zur Erreichung der Akzeptanz in der Bevölkerung ist es wichtig, dass die Anlagen einen ausreichenden Abstand zu bewohnten Bereichen aufweisen.
Was versteht man unter dem Begriff Repowering und welche Vorteile hat es in Bezug auf ältere Windenergieanlagen?
Beim Repowering werden bestehende, ältere Windenergieanlagen durch leistungsstärkere und effizientere Turbinen ersetzt. Da die neuen Anlagen bedeutend höher sind und größere Abstände erfordern, reduziert sich dabei oftmals deren Gesamtzahl, während sich die Gesamtleistung und damit auch die erzeugte Strommenge am Standort beträchtlich erhöht.
Praxisbeispiel
Bürger machen zusammen Energie
Als Bürgerinnen und Bürger selbst ein Windenergie-Projekt realisieren? Das zeigt das Praxisbeispiel der Bürgerenergiegenossenschaft Helmetal in Thüringen.
Ein wichtiges Signal für die Energiewende, findet Mitgründer Sebastian Kupfer. „Über die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger schaffen wir vor Ort Akzeptanz für die Erneuerbaren.“
Der FördermittelCheck von co2online ist wenige Klicks entfernt: Hier finden Sie genau das Förderprogramm, das zu Ihnen passt. Für alle Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen oder gemeinnützige Organisationen, die energieeffizienter werden möchten.