Team Energiewechsel: Die Vorteile der Geothermie-Heizung in einer Eigentümergemeinschaft

Ein Altbau in einer sächsischen Kleinstadt. Im Garten steht ein kleines weißes Kindertischchen – genau an der Stelle, wo vor 15 Jahren die Bohrungen für die Geothermie-Heizung durchgeführt wurden. Nichts erinnert mehr an die Baustelle damals, als die beiden Erdwärmesonden 130 Meter tief in der Erde verlegt wurden, die heute die Wärme ins Haus bringen. „Alle Rohre verlaufen unterirdisch, damit keine Wärme verloren geht”, erklärt Fachplaner Rüdiger Grimm. Von außen führen zwei isolierte schwarze Rohre in den Heizungskeller direkt zu einer Wärmepumpe, die die Wärme der Erde von konstant zehn Grad auf das Heizniveau für die Heizung und das Warmwasser für die fünf Wohnungen bringen.

Die Energie direkt unter dem Grundstück nutzen

2010 hat sich die Hausgemeinschaft um Anja Müller und A. Günter zusammengeschlossen. Die Familien haben mit örtlichen Handwerksbetrieben das Gebäude von 1902 umfassend saniert. Zwischendrin konnte man vom Obergeschoss bis in den Keller schauen. Sie haben die Fenster erneuert und die Fassaden gedämmt, mit Ausnahme der historisch wertvollen Vorderseite des Wohngebäudes. Sie haben Fußbodenheizungen verlegen lassen und in die Geothermie-Heizung investiert. Bei dem felsigen Untergrund der Stadt ist diese besonders gut nutzbar, denn je fester das Gestein, desto sicherer sind der Bohrerfolg und die Wärmeleitfähigkeit für die Geothermie-Heizung. „Das Faszinierende an der Geothermie-Heizung ist, dass Sie die Energie direkt unter dem eigenen Grundstück ernten können“, erklärt Geologe und Fachplaner Grimm. Die konstanten zehn Grad in der Erde können nicht nur im Winter wärmen, sondern im Sommer auch kühlen. Heizung und Klimaanlage in einem.

Nach 15 Jahren im Betrieb zieht Eigentümer A. Günter Bilanz: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir uns damals für die Geothermie-Heizung entschieden haben. Gerade jetzt, wo es draußen kalt und matschig ist, ist es in der Wohnung warm und angenehm – und die Betriebskosten sind sehr niedrig.“ Diese liegen bei ihm in der Dachwohnung bei 1,30 Euro pro Quadratmeter.

Rund 60.000 Euro kosteten Wärmepumpe und Fußbodenheizungen im Haus, die Bohrung selbst hat 14.000 Euro gekostet. Für die Investition nutzte die Hausgemeinschaft damals auch eine Energieberatung und Fördermittel. „Wir haben durch ein Förderprogramm des Bundes 9.000 Euro bekommen“, sagt Miteigentümerin Anja Müller. Für die Entscheidung zur richtigen Heizung empfiehlt sie anderen Wohnungseigentümergemeinschaften: „Unvoreingenommen verschiedene Varianten anschauen und dann wirtschaftlich vergleichen.“ Für die langfristige Kalkulation habe es ebenfalls geholfen, frühzeitig einen erfahrenen Energieberater hinzuzuziehen.

In diesem Fall Rüdiger Grimm, der 15 Jahre später sichtlich zufrieden auf die Anlage schaut: „Geothermie-Heizungen sind wartungsarm und haben niedrige Betriebskosten, die die anfangs höhere Investition für die Bohrung langfristig einspielen.“ Eine vergleichsweise gute Jahresarbeitszahl durch die konstant zuverlässige Wärme aus der Erde und eine hohe Langlebigkeit sind weitere Vorteile. Von den Bohrungen und darin enthaltenen Erdwärmesonden würden sogar noch die Kinder und Enkelkinder profitieren. „Besonders schön ist auch, dass sich die Geothermie-Heizung in diesem Haus bereits nach 15 Jahren amortisiert hat.“ Heißt: die niedrigen Betriebskosten haben die Investition mittlerweile eingespielt.

Eigentümer A. Günter empfiehlt: „Wir müssen vom hohen CO2-Verbrauch runter, daher ist meine Empfehlung, immer in eine moderne Heizungsanlage zu investieren.“