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Heizen mit Luft-Luft-Wärmepumpe
Praxisbeispiel: Wärmeträger Luft im Einfamilienhaus
Einleitung
Sie heizt im Winter und kühlt im Sommer, ist in der Anschaffung günstig und Heizkörper werden nicht benötigt: die Luft-Luft-Wärmepumpe. Zudem kann sie sich auch für Bestandsgebäude eignen – wenn diese energetisch in einem guten Zustand sind. Was es dafür braucht, zeigt das Praxis-Beispiel eines Einfamilienhauses in Rheinhessen.
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Heizen mit Luft-Luft-Wärmepumpe
Gerhard Stärk (82) heizt seit Kurzem ausschließlich mit Erneuerbaren Energien. Er nennt es „das Warmluft-Heizungsprinzip“. Um dies zu erklären, beugt er sich vor das Außengerät seiner Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft des Hauses Energie und überträgt diese in Form von Wärme direkt an die Raumluft. Alle Räume können dadurch individuell und innerhalb weniger Minuten beheizt werden. Klassische Heizkörper braucht es nicht.
In dem 1963 errichteten Einfamilienhaus stand bis 1987 eine Koksheizung im Keller, dann eine Gasheizung. Seit 2024 ist die Luft-Luft-Wärmepumpe montiert. Gerhard Stärk und seine Frau haben das Haus gekauft und Stück für Stück energetisch auf Vordermann gebracht. „Learning by doing“, nennt es der studierte Naturwissenschaftler und zeigt Fotos aus der Umbauzeit. Die Außenwände wurden mit Mineralwolle gedämmt, das Dach und auch der Keller ausgebaut und energetisch abgedichtet. Ein befreundeter Architekt half, den zweigeschossigen Wintergarten anzubauen, der dazu beiträgt, dass die Luft im Haus zirkulieren kann. So sei der Altbau energetisch betrachtet mittlerweile auf dem Level eines Hauses mit sehr geringem Energiebedarf, erklärt Gerhard Stärk stolz.
Gut kombiniert: Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage
Schon nach kurzer Zeit seien die Einsparungen gegenüber der Gasheizung bei den laufenden Energiekosten durch die neue Wärmepumpe „gigantisch“. Dazu trägt vor allem die mit 55 Quadratmetern großzügige Photovoltaik-Anlage bei, die auf dem Dach an der Ost- und Südseite sowie auf der Garage montiert ist. Sie liefert den Strom, den die Wärmepumpe braucht. „Die PV-Anlage produziert rund 11.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Der Hausverbrauch Strom liegt bei 3.000 Kilowattstunden – den großen Rest speisen wir ein.“
Für zusätzliche Effizienz sorgt die Entkoppelung der Warmwasser-Aufbereitung. Denn die verbaute Luft-Luft-Wärmepumpe kann zwar heizen und im Sommer kühlen, nicht aber Warmwasser produzieren. Das übernimmt ein Boiler zielgerichtet für den tatsächlichen Bedarf mittels Strom. Das Warmwasser reicht für das Ehepaar sogar dann, wenn die Enkel zu Besuch kommen. Einzelne Hersteller bieten inzwischen auch Geräte mit einem kombinierten Warmwasserspeicher an.
Luft-Luft-Wärmepumpen sind zudem günstiger in der Anschaffung als beispielsweise Luft-Wasser- oder Erdwärmepumpen. 6.000 Euro kostete die Anlage, die ein örtlicher Handwerksbetrieb einbaute. Die Anschaffung einer Wärmepumpe bezuschusst der Bund mit bis zu 70 Prozent über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Für die Photovoltaik-Anlage zahlte Gerhard Stärk 25.000 Euro. Der Bund fördert die Investition, indem die Mehrwertsteuer für die Anschaffung entfällt. „Eine tolle Sache“, findet Gerhard Stärk. Hauseigentümerinnen und -eigentümern gibt er den Tipp, sich mit dem Energiebedarf des Hauses zu beschäftigen und qualifiziertes Fachpersonal mit ins Boot zu holen. „Den Heizwärmebedarf kann jeder ausrechnen und sich damit auch besser von Handwerksbetrieben beraten lassen.“ So könne man sicherstellen, dass die Heizungsanlage für den Energiebedarf am Ende passgenau ist – und die Kosten überschaubar bleiben. Sein eigenes Haus sei nun zukunftsfest – auch für die nächsten Generationen, die hier einmal einziehen.
Gerhard Stärk und seine Frau haben das Haus gekauft und Stück für Stück energetisch auf Vordermann gebracht. Zum Beispiel mit einer neuen Außendämmung.
Gerhard Stärk und seine Frau haben das Haus gekauft und Stück für Stück energetisch auf Vordermann gebracht. Zum Beispiel mit einer neuen Außendämmung.