Wärmepumpe innerhalb einer Ammoniakzentralkälteanlage (Lebensmittelindustrie)

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Als Prozesswärme wird der Anteil der Wärme bezeichnet, der in der Industrie und im Gewerbe für technische Verfahren wie das Herstellen, Verarbeiten, Schmelzen oder Trocknen von Produkten verwendet wird. Dabei werden Temperaturen zwischen 100 und 1.500 °C erzeugt. Prozesswärme macht mit rund zwei Dritteln einen wesentlichen Anteil des Endenergieverbrauchs der Industrie aus. Bisher werden nur knapp 7 Prozent der Prozesswärme durch erneuerbare Energien bereitgestellt, weitere 7,5 Prozent sind elektrifiziert.

Mehr Effizienz durch erneuerbare Energien und Elektrifizierung

Moderne Technologien können den Energieverbrauch, CO2-Emissionen und die Energiekosten für Unternehmen senken. Das macht Unternehmen krisenfester. Je nach Marktreife einer Technologie werden verschiedene Ansätze gefördert: Kurzfristige Lösungen wie Power-to-Heat werden über Förderungen unterstützt (vgl. Bundesförderung für Ressourcen- und Energieeffizienz in der Wirtschaft und Bundesförderung Industrie und Klimaschutz), während langfristige Innovationen wie Wasserstoff durch Forschung und den Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben werden. Damit erneuerbare Energien effizient genutzt werden können, muss die Energieversorgung zudem digitaler und flexibler werden. Wenn diese Technologien schnell in Deutschland verbreitet werden, entstehen neue Exportchancen, die die GreenTech-Branche in Deutschland stärken.

Stakeholder-Dialog „Modernisierung der Prozesswärme“

Um die Modernisierung der Prozesswärme voranzutreiben und zentrale Akteure zusammenzubringen, organisiert das Bundeswirtschaftsministerium einen Stakeholder-Dialog. Am 17. September 2026 ist der ca. 1-jährige Prozess mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin gestartet. Die Ziele lauten: einen pragmatischen Dialog mit der Wirtschaft führen, Hürden abbauen, Investitionen beschleunigen und Innovationen marktreif machen. Der Stakeholder-Dialog richtet sich an Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um gemeinsam über Investitions- und Umsetzungsbedingungen für die Modernisierung der Prozesswärme zu diskutieren und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Begleitet wird der Dialog von einem Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE). Die Deutsche Energieagentur (dena), das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) sowie KPMG Law unterstützen die fachliche und organisatorische Umsetzung des Dialogs.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gern an: dialog-prozesswaerme@dena.de.

Praxisbeispiele zur Prozesswärme

Ritter Sport dekarbonisiert in Waldenbuch die Schokoladenproduktion: Durch Großwärmepumpen und die Nutzung von Fabrikabwärme werden künftig 90 Prozent des Wärmebedarfs gedeckt, was jährlich 25 Gigawattstunden Erdgas einspart.

BASF Ludwigshafen setzt auf „Grünen Dampf“: Eine Wärmepumpe nutzt die Abwärme eines Steamcrackers, um Dampf für die Ameisensäureproduktion zu erzeugen und um sich so unabhängiger von Erdgas zu machen.