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23.08.2024 - Heizung

Umgebungswärme: Heizen mit Erneuerbarer Energie

Einleitung

Die Wärmepumpe zieht Wärme aus der Umgebung, hebt sie auf eine höhere Temperatur und gibt diese ins Haus weiter. Das Prinzip ist das gleiche wie bei einem Kühlschrank – nur umgekehrt.

Techniker vor Wärmepumpe symbolisiert Wärmepumpe

© Adobe Stock/NewSaetiew

Die Wärmepumpe nutzt Wärme aus dem Boden, der Luft oder dem Wasser als erneuerbare Energiequelle. Diese Umgebungswärme (auch „Umweltwärme“ genannt) kann eine Wärmepumpe zum Heizen, Kühlen und zur Warmwasserbereitung nutzen. Besonders klimafreundlich und emissionsarm funktioniert das, wenn die Wärmepumpe mit Strom aus erneuerbaren Quellen angetrieben (z. B. von der Photovoltaikanlage auf dem Dach) und mit einem natürlichen Kältemittel betrieben wird.

Die Wärmepumpe ist ein wichtiges Heizsystem für Neu- und Altbauten. Heute sind in Deutschland rund 2 Millionen Wärmepumpen installiert.

Umweltwärme für ein behagliches Zuhause

Mit einer Wärmepumpe werden Haushalte unabhängig von fossilen Rohstoffen wie Erdgas oder Öl und deren Import aus anderen Ländern. Stattdessen kann eine Energiequelle auf dem eigenen Grundstück genutzt werden: die Wärme im Boden, im Wasser, oder in der Luft.

Besonders effizient arbeiten Wärmepumpen, wenn die benötigte Vorlauftemperatur niedrig ist. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, die das Heizwasser erreichen muss, damit die Heizkörper oder die Fußbodenheizungen im Haus warm genug werden, um jeweils den ganzen Raum ausreichend warm zu bekommen. Die benötigte Vorlauftemperatur ist dann besonders niedrig, wenn das Haus gut gedämmt und eine Fußboden- oder andere Flächenheizung installiert ist. Aber auch in vielen Bestandsgebäuden mit klassischen Heizkörpern können moderne Wärmepumpen effizient arbeiten.

Techniker stellt Lüftungsanlage ein

WärmepumpenCheck

Mit dem WärmepumpenCheck können sich Interessierte einen ersten Eindruck verschaffen, ob ihr Haus für ein solches Heizsystem geeignet ist.

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Clever umsteigen

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Der Betrieb einer Wärmepumpe braucht Strom. Wer komplett CO₂-frei heizen möchte, sollte die Wärmepumpe mit Elektrizität aus erneuerbaren Quellen versorgen: zum Beispiel mit einem Ökostromtarif oder mit selbsterzeugtem Strom von der eigenen Photovoltaik-Anlage.

Auf Erneuerbare Energien umzusteigen lohnt sich für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in vielen Fällen. Die Errichtung sowie die Nachrüstung von Wärmepumpen im Eigenheim werden als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) gefördert.

Für Anträge auf Förderung neuer Wärmepumpenanlagen ist die Begleitung und Dokumentation durch ein Fachunternehmen für Heizungstechnik nötig Für Anträge, die auch andere Maßnahmen beinhalten, ist eine Energieeffizienz-Expertin oder -Experte der jeweils zutreffenden Gebäudekategorie (Wohngebäude bzw. Nichtwohngebäude) einzubeziehen.

Das sagt der Experte

Experteninterview

3 Fragen an Dr. Niklas Martin, Geschäftsführer ForschungsVerbund Erneuerbare Energien

Das sagt der Experte

Herr, Martin, sind Wärmepumpen zum Heizen von Bestandsgebäuden geeignet, auch in besonders kalten Wintern?

Moderne Wärmepumpen können auch bei Minusgraden (bis zu -20 Grad C) ausreichend Wärmeenergie für das Beheizen von Bestandsgebäuden bereitstellen. Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die das Erdreich als Wärmequelle nutzen, sind aufgrund ihrer höheren Effizienz (=Arbeitszahl) jedoch besser dafür geeignet als Luft-Wasser-Wärmepumpen mit der Wärmequelle Umgebungsluft.

Dr. Niklas Martin, Geschäftsführer ForschungsVerbund Erneuerbare Energien

Moderne Wärmepumpen können auch bei Minusgraden (bis zu -20 Grad C) ausreichend Wärmeenergie für das Beheizen von Bestandsgebäuden bereitstellen.

Dr. Niklas Martin, Geschäftsführer ForschungsVerbund Erneuerbare Energien

Wie funktioniert die Kühlung des Gebäudes mit einer Wärmepumpe im Sommer und welche Unterschiede gibt es bei den Anlagen?

Wärmepumpen können in Heizsystemen mit Flächenheizungen (z. B. Fußboden- oder Wandheizung) auch zur Kühlung von Gebäuden eingesetzt werden. Anlagen mit klassischen Heizkörpern (Radiatoren) sind dafür nicht geeignet.

In welchen Fällen lohnt es sich, eine Wärmepumpe mit anderen Heizsystemen zu kombinieren?

Wenn bereits eine Solarthermieanlage vorhanden ist, kann diese gut in Kombination mit einer Wärmepumpe arbeiten und vor allem außerhalb der Heizperiode die Warmwasserbereitung übernehmen. In schlecht gedämmten Bestandsgebäuden, in denen die Wärmeübertrager (Heizkörper) bei sehr kalten Außentemperaturen hohe Vorlauftemperaturen erfordern, sind Hybridsysteme sinnvoll, bei denen ein mit Gas oder Holzpellets betriebener Spitzenlastkessel die Wärmeversorgung an sehr kalten Tagen übernimmt und die Wärmepumpe in der Übergangszeit.

Beratungsgespräch zu Energieberatung und "Energie-Checks" für private Haushalte; Quelle: iStock.com/Ridofranz

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