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Die wirtschaftspolitische Entwicklung von 1949 bis heute

Einleitung

Wirtschaftswunder Soziale Marktwirtschaft (1949–1966)

Die Ära Erhard

Die sogenannten „Wirtschaftswunderjahre“ der jungen Bundesrepublik Deutschland werden maßgeblich durch ihren ersten Wirtschaftsminister Ludwig Erhard geprägt. Mit ihm bleiben die Einführung der D-Mark und der Sozialen Marktwirtschaft untrennbar verbunden.

Als „Direktor der Verwaltung für Wirtschaft“ der drei westlichen Besatzungszonen verbindet er die Währungsreform im Jahr 1948 mit der Aufhebung der Zwangswirtschaft. Begünstigt durch den Marshallplan und den „Korea-Boom“, beschert sein Reformprogramm Nachkriegsdeutschland einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung.

Erhard setzt auf das von ihm mit entwickelte Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Der von dem Wirtschaftswissenschaftler Alfred Müller-Armack geprägte Begriff bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, die Wettbewerb, Privateigentum und Gewinnorientierung mit sozialem Ausgleich verbindet. Ziel der Politik im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft ist es, wirtschaftlich effizientes Handeln zu ermöglichen und damit auch die soziale Lage der Bevölkerung zu verbessern und „Wohlstand für alle“ zu erreichen.

Am 20. Dezember 1955 wurde in Rom das erste Anwerbeabkommen geschlossen. Darin wurde vereinbart, dass die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit in Italien gemeinsam mit der italienischen Arbeitsverwaltung Arbeitskräfte auswählen und anwerben solle.

Das wirtschaftspolitische Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft bildet bis heute die Basis der deutschen Wirtschafts- und Sozialordnung. Bis 1964 erreicht die Zahl der „Gastarbeiter“ eine Million.

Bilder der Wirtschaftsminister 1949-1966; Quelle: Bundesregierung/Gerhard Heisler/Jens Gathmann

© Bundesregierung/Gerhard Heisler/Jens Gathmann

Die Wirtschaftsminister
1949–1966

Prof. Dr. Ludwig Erhard
Kurt Schmücker

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In den westlichen Besatzungszonen und den Berliner Westsektoren wird die D-Mark 1948 gesetzliches Zahlungsmittel. Jeder Einwohner erhält ein Kopfgeld von 40 DM. Bild vergrößern: In den westlichen Besatzungszonen und den Berliner Westsektoren wird die D-Mark 1948 gesetzliches Zahlungsmittel. Jeder Einwohner erhält ein Kopfgeld von 40 DM.

In den westlichen Besatzungszonen und den Berliner Westsektoren wird die D-Mark 1948 gesetzliches Zahlungsmittel. Jeder Einwohner erhält ein Kopfgeld von 40 DM. Nach der Währungsreform sind die Schaufenster wieder reich gefüllt. In der sowjetischen Besatzungszone wird Ende 1948 die als "Ost Mark" bezeichnete "Deutsche Mark", später "Mark der DDR", eingeführt.

© Landesarchiv Berlin

Fotoreihe: Historische Ereignisse in der Zeit von 1949-1966

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Große Koalition und Globalsteuerung (1966–1972)

Die Ära Schiller

Der Regierungswechsel durch die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD bringt mit dem neuen Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller auch eine Wende in der Wirtschaftspolitik. Sein wirtschaftspolitisches Konzept einer „Globalsteuerung der Wirtschaft“ basiert auf Gedanken des britischen Wirtschaftswissenschaftlers John Maynard Keynes. Es verfolgt das Prinzip des antizyklischen Handelns: In einer Rezession ist es die Aufgabe des Staates, die Wirtschaft mit Konjunktur fördernden Maßnahmen wie Steuersenkungen oder öffentlichen Aufträgen wieder anzukurbeln.

Zur Herstellung eines gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts sind im sogenannten „Magischen Viereck“ vier Zielsetzungen miteinander in Einklang zu bringen: Vollbeschäftigung, Geldwertstabilität, Wirtschaftswachstum und außenwirtschaftliches Gleichgewicht. Die Rezession der Jahre 1966 bis 1967 ist Anlass für das von Schiller initiierte Stabilitätsgesetz, das die Förderung der Stabilität und des wirtschaftlichen Wachstums mit eben diesen Instrumenten der Konjunktursteuerung erreichen soll.

Eines der Instrumente von Schillers wirtschaftspolitischer Konzeption ist die „Konzertierte Aktion“, eine informelle Gesprächsrunde, bei der Vertreter von Regierung, Unternehmen, Gewerkschaften, Bundesbank und Wissenschaft zusammenkommen, um ihr Handeln in der Wirtschafts- und Sozialpolitik abzustimmen und die Rezession zu bekämpfen.

Bilder der Wirtschaftsminister 1966-1972; Quelle: Bundesregierung/Jens Gathmann

© Bundesregierung/Jens Gathmann

Die Wirtschaftsminister
1966–1972

Prof. Dr. Karl Schiller
Helmut Schmidt

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Sitzung der Vertreter des Staates, der Tarifparteien und der Wissenschaft im Bundeswirtschaftsministerium im November 1967

Sitzung der Vertreter des Staates, der Tarifparteien und der Wissenschaft im Bundeswirtschaftsministerium im November 1967.

© Bundesbildstelle

Fotoreihe: Historische Ereignisse in der Zeit von 1966-1972

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Zwischen Ölkrise und Mitbestimmung (1972–1982)

Von der Energiekrise geprägte Wirtschaftspolitik

Die Zäsur des Jahres 1973 lässt sich vor allem an zwei Ereignissen festmachen. Die Freigabe des DM-Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar eröffnet neue Handlungsspielräume, während die Erhöhung der Ölpreise die ölabhängige deutsche Wirtschaft unter Druck setzt.

Während des Jom-Kippur-Krieges setzen mehrere OPEC-Staaten den Ölboykott gegen die Verbündeten Israels ein und reduzieren die Ölproduktion um bis zu 25 Prozent. Kurz darauf wird das Energiesicherungsgesetz verabschiedet. Es folgt ein Anwerbestopp für Gastarbeiter und ab dem 25. November gilt ein Autofahrverbot an mehreren Sonntagen. Mittelfristig führt die Ölkrise zum Ausbau der europäischen Öl- und Gasförderung, zu Erdgasgeschäften mit der UdSSR sowie zum Ausbau der Atomenergie. Mitte der 70er Jahre kommt es zu einer „Stagflation“, das heißt niedriges Wirtschaftswachstum (Stagnation), gepaart mit einer hohen Inflationsrate. Die sozialliberale Regierung versucht, die Lage durch Konjunkturprogramme, die durch Neuverschuldung finanziert werden, in den Griff zu bekommen. Der Erfolg der Programme ist gering: Die Arbeitslosigkeit steigt, die Inflation bleibt hoch und das Wirtschaftswachstum niedrig.

Im Jahr 1976 tritt das Gesetz über die paritätische Mitbestimmung in Kraft. Es sieht vor, dass die Aufsichtsräte in Betrieben mit mehr als 2000 Mitarbeitern jeweils zur Hälfte mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besetzt werden. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Aufsichtsratsvorsitzende.

Bilder der Wirtschaftsminister 1972-1978; Quelle: Bundesregierung/Lothar Schaack/Engelbert Reineke

© Bundesregierung/Lothar Schaack/Engelbert Reineke

Die Wirtschaftsminister
1972–1982

Dr. Hans Friedrichs
Otto Graf Lambsdorff
Manfred Lahnstein

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Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Barzel gratuliert Bundeskanzler Willy Brandt zum Sieg nach dem gescheiterten Konstruktiven Misstrauensvotum im Deutschen Bundestag. Bonn, 27. April 1972

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Barzel gratuliert Bundeskanzler Willy Brandt zum Sieg nach dem gescheiterten Konstruktiven Misstrauensvotum im Deutschen Bundestag. Bonn, 27. April 1972.

© Bundesbildstelle

Fotoreihe: Historische Ereignisse in der Zeit von 1972-1982

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Wirtschaftspolitik bis zum Mauerfall (1982–1989)

Zurück zur Sozialen Marktwirtschaft

Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit Jahren in einer nicht nur vorübergehenden Konjunkturschwäche, die durch den technischen Fortschritt und den Konkurrenzdruck aus den ostasiatischen Ländern noch verstärkt wird.

„Weg von mehr Staat, hin zu mehr Markt“ lautet das Credo der neuen Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl. Zur Behebung der wachsenden Probleme insbesondere auf dem Arbeitsmarkt setzt die Regierung auf Angebotspolitik, um die Beschäftigung zu steigern und die Arbeitslosigkeit zu senken. Die Stärkung der privatwirtschaftlichen Marktkräfte und die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen gehören dabei zu den erklärten Zielen.

Trotz deutlicher Rückführung der Neuverschuldung bis zum Jahr 1989 steigen die Staatsschulden weiter. Die Zahl der Arbeitslosen geht in dieser Zeit leicht zurück. Im Jahr der Wiedervereinigung stehen die beiden deutschen Staaten vor einer Aufgabe ungekannten Ausmaßes. Sowohl die politische Vereinigung als auch die Transformation der maroden sozialistischen Planwirtschaft in eine moderne Marktwirtschaft müssen vorbereitet, begonnen und durchgeführt werden. In den 90er Jahren durchläuft die ostdeutsche Wirtschaft einen tief greifenden Strukturwandel, in dessen Verlauf die Arbeitslosigkeit und die Staatsverschuldung weiter zunehmen.

Bilder der Wirtschaftsminister 1982-1989; Quelle: Bundesregierung/Engelbert Reineke/Richard Schulze-Vorberg

© Bundesregierung/Engelbert Reineke/Richard Schulze-Vorberg

Die Wirtschaftsminister
1982–1989

Otto Graf Lambsdorff
Dr. Martin Bangemann
Dr. Helmut Haussmann

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Im Deutschen Bundestag gibt Bundeskanzler Helmut Kohl eine Regierungserklärung zur Wirtschafts- und Finanzpolitik ab.

In den frühen 1980er-Jahren leitete die Bundesregierung eine Phase der Haushaltskonsolidierung ein. Unter dem Leitbild der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik rückten Sparsamkeit, Privatisierungen und der Verkauf staatlicher Beteiligungen – etwa an VEBA und VIAG – in den Vordergrund.

© Bundesregierung/ Engelbert Reineke

Fotoreihe: Historische Ereignisse in der Zeit von 1982-1989

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Wirtschaft im wiedervereinigten Deutschland (1990–1998)

Wirtschaft-, Währungs- und Sozialunion

Nach dem Mauerfall im Jahr 1989 leitet der Staatsvertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion im Juli 1990 die wirtschaftliche Wiedervereinigung Deutschlands ein. Mit der Übernahme der Wirtschafts- und Sozialordnung der Bundesrepublik und der Einführung der D-Mark als offizielles Zahlungsmittel werden die Grundlagen für die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft in den neuen Ländern geschaffen. Die ökonomische und soziale Integration erzeugt für die ostdeutschen Unternehmen einen hohen Anpassungsdruck.

Die neu gegründete Treuhandanstalt hat die Aufgabe, über 12.000 volkseigene Betriebe zu privatisieren. Der Großteil wird an private Eigentümer veräußert, zum Teil nach erheblichen Sanierungsmaßnahmen. Etwa 3.000 Unternehmen werden stillgelegt. Darüber hinaus ist die Treuhandanstalt für rund 30.000 Einzelhandelsgeschäfte, Hotels und Gaststätten, landwirtschaftliche Nutzflächen und Liegenschaften verantwortlich. Sie trägt damit Verantwortung für fast vier Millionen Beschäftigte. Um die Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und Zahlungsschwierigkeiten in den fünf neuen Ländern in den Griff zu bekommen, verabschiedet die Bundesregierung im Jahr 1991 das Förderprogramm „Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost“.

Sie führt zudem, zusammen mit anderen Steuererhöhungen, den sogenannten Solidaritätszuschlag ein. Neben der Wiedervereinigung und dem Zusammenbruch des Ostblocks verändern die Erweiterung der Europäischen Union und der Beschluss über Einführung der neuen europäischen Währung – dem Euro – wesentliche Rahmenbedingungen der deutschen Wirtschaftspolitik.

Bilder der Wirtschaftsminister 1989-1998; Quelle: Bundesregierung/Richard Schulze-Vorberg/Engelbert Reineke

© Bundesregierung/Richard Schulze-Vorberg/Engelbert Reineke

Die Wirtschaftsminister
1991–1998

Jürgen W. Möllemann
Dr. Günter Rexrodt

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Im Juli 1990 treffen sich Bundeskanzler Kohl und Präsident Gorbatschow zu Gesprächen im Kaukasus. Gorbatschow billigt einem vereinten Deutschland die volle Souveränität und die freie Wahl der Bündniszugehörigkeit zu

Im Juli 1990 treffen sich Bundeskanzler Kohl und Präsident Gorbatschow zu Gesprächen im Kaukasus. Gorbatschow billigt einem vereinten Deutschland die volle Souveränität und die freie Wahl der Bündniszugehörigkeit zu.

© Bundesbildstelle

Fotoreihe: Historische Ereignisse in der Zeit von 1989-1998

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Im Zeitalter der Globalisierung (1998–2009)

Vor den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

Drei große Veränderungsprozesse prägen die deutsche Wirtschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts: neue Technologien, Globalisierung und demografischer Wandel. Seit den 70er Jahren hat die Massenproduktion in Deutschland an Stellenwert verloren. Die spezialisierte, auf Innovationen und Wissen beruhende Qualitätsarbeit erlebt eine Renaissance.

Neue Technologien treiben den Veränderungsprozess voran. Sie beschleunigen und verbilligen Transaktionen, erleichtern globale Kommunikation und machen Güter und Dienstleistungen schneller und umfassender weltweit verfügbar. Die zunehmende Bedeutung der wissensbasierten Qualitätsproduktion hat für viele Staaten bisherige Standortnachteile in Vorteile verändern können. Die fortschreitende Globalisierung verschärft den internationalen Wettbewerb zwischen Unternehmen und Standorten. Der demografische Wandel wird ebenfalls gravierende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. Mehr Wirtschaftswachstum durch Innovationen und Investitionen und zusätzliche Beschäftigung schaffen – das ist die wirtschaftliche Notwendigkeit unserer Zeit. Ohne mehr Wachstum sind der Abbau der viel zu hohen Arbeitslosigkeit, eine nachhaltige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ebenso wie eine dauerhafte Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme nicht zu erreichen. Mit einem Dreiklang aus Sanieren, Reformieren und Investieren setzt die Bundesregierung hierfür ein umfassendes Paket an Maßnahmen auf verschiedenen Handlungsfeldern um.

Bilder der Wirtschaftsminister 2005-2009; Quelle: Bundesregierung/Bernd Kühler/Julia Fassbender/Jochen Eckel/Laurence Chaperon

© Bundesregierung/Bernd Kühler/Julia Fassbender/Jochen Eckel/Laurence Chaperon

Die Wirtschaftsminister
1998–2009

Dr. Werner Müller
Wolfgang Clement
Michael Glos
Karl Theodor zu Guttenberg

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Mit Deutschlands Teilnahme an der Währungsunion wird am 1. Januar 1999 der Euro eingeführt. Wim Duisenberg bei der Vorstellung der neuen Banknoten, die ab 2002 gültig werden

Mit Deutschlands Teilnahme an der Währungsunion wird am 1. Januar 1999 der Euro eingeführt. Wim Duisenberg bei der Vorstellung der neuen Banknoten, die ab 2002 gültig werden.

© EZB

Fotoreihe: Historische Ereignisse in der Zeit von 1998-2008

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Wirtschaftspolitik im Zeichen globaler Umbrüche (2009–2013)

Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise stellt Deutschland und die Welt vor neue Herausforderungen. Erstmalig in der Nachkriegszeit geht im Jahr 2009 die weltwirtschaftliche Produktion zurück. Deutschland ist gerade aufgrund seiner intensiven internationalen Verflechtungen von der Krise betroffen, schafft es aber, den wirtschaftlichen Einbruch abzufedern. Schon seit dem Sommer 2009 zieht die Konjunktur wieder an, Deutschland überwindet die Krise schneller als die meisten anderen Länder und ist die Konjunkturlokomotive für ganz Europa. Die Auftragsbücher der Industrieunternehmen füllen sich rasant, der Export boomt. Dieser wirtschaftliche Erholungsprozess verfestigt sich, weil auch die Inlandsnachfrage wieder zunimmt. All das führt dazu, dass sich auch die Zahl der Arbeitslosen kontinuierlich verringert und die Beschäftigung steigt.

Anders dagegen ist es in einigen anderen EU-Mitgliedsstaaten. Deren Finanzprobleme haben sich durch die Wirtschaftskrise verschärft. Sie müssen durch Euro-Rettungsschirme finanziell unterstützt werden. In den Euro-Mitgliedsländern kommt es nun darauf an, eine nach vorne gerichtete Wachstumsstrategie mit Haushaltsdisziplin und einer soliden Finanzpolitik zu kombinieren. Auch Deutschland macht seine Hausaufgaben und setzt den eingeschlagenen Konsolidierungskurs bei den öffentlichen Haushalten konsequent fort. So werden Spielräume gewonnen, um Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu entlasten und weiterhin Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland zu sichern.

Bilder der Wirtschaftsminister 1998-2009; Quelle: Bundesregierung/Gero Breloer/Susanne Eriksson

© Bundesregierung/Gero Breloer/Susanne Eriksson

Die Wirtschaftsminister
2009 bis 2013

Rainer Brüderle
Dr. Philipp Rösler

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Erfolgsmodell Soziale Marktwirtschaft (2013–2021)

Grundlagen für Wohlstand, gesellschaftlichen Zusammenhalt und hohe Lebensqualität stärken

Deutschland hat sich seit der Jahrtausendwende wirtschaftlich gut entwickelt. Durch die starke industrielle Basis der deutschen Wirtschaft, ihre hochwertigen Produkte und Dienstleistungen und das umsichtige Handeln der deutschen Unternehmen und Gewerkschaften ist Deutschland besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen Länder. Beschäftigung und Wohlstand steigen. Die gute Lage am Arbeitsmarkt und der kräftige Beschäftigungsaufbau sorgen für eine solide Binnenwirtschaft: 2018 waren 44,8 Millionen Menschen erwerbstätig. Das sind über zwei Millionen mehr als 2013. Gleichzeitig geht die Arbeitslosigkeit 2018 auf 2,34 Millionen weiter zurück.

Das Bundeswirtschaftsministerium nutzt diese gute Ausgangsbasis, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft weiter zu erhöhen. Dazu legt das Bundeswirtschaftsministerium im Frühjahr 2017 eine Innovationsagenda vor.

Globalisierung, Digitalisierung und Industrie 4.0 sind die drei großen Trends, die Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahren prägen werden. Neben Herausforderungen bieten sie neue Chancen und sind zentrale Treiber für Innovationen und Wirtschaftswachstum. Daher ist es wichtig, bei der Digitalisierung der Wirtschaft und Industrie 4.0 voranzukommen, die Wachstumschancen für Unternehmen und Start-ups weiter zu verbessern und den Unternehmergeist auch künftig zu stärken.

Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2016, das neue Strommarktgesetz und das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende machen den Umbau unserer Energieversorgung planbar, kosteneffizient und nachhaltig erfolgreich.

Digitaler Wandel

Der digitale Wandel verändert tiefgreifend unseren Alltag, unsere Arbeits- und Wirtschaftswelt. Und er betrifft alle: Arbeitgebende wie Arbeitnehmende, Studierende und Familien, junge und alte Menschen. Auf dem Land und in der Stadt, in der Werkstatt nebenan wie im Großbetrieb. Bundesministerin Zypries setzt sich für eine moderne digitale Ordnungspolitik ein, damit Deutschland Europas digitales Wachstumsland Nummer eins wird. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung von Start-ups, die Innovationsmotor für die gesamte Wirtschaft sein können. Die Digitale Strategie 2025 zeigt auf, wie wir die digitale Welt gemeinsam und unter aktiver Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger gestalten können.

Industrie 4.0

Industrie 4.0 – also die Digitalisierung und Vernetzung unserer Wirtschaft – revolutioniert Arbeitswelt und Produktionsweisen: Maßgeschneiderte Produkte können nach individuellen Kundenwünschen hergestellt werden – kostengünstig und in hoher Qualität. Industrie 4.0 erleichtert vieles in der Arbeitswelt, erfordert aber auch Anpassung der Qualifikationen. Mit der Plattform Industrie 4.0 gestaltet das Bundeswirtschaftsministerium im Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gewerkschaften die vierte industrielle Revolution aktiv mit, damit sie möglichst vielen Menschen Nutzen bringt.

Energiewende

Mit der Energiewende will die Bundesregierung Deutschland zu einer der energieeffizientesten und umweltfreundlichsten Volkswirtschaften der Welt machen. Geplant war, dass im Jahr 2022 das letzte Kernkraftwerk vom Netz geht. Aufgrund etwaiger Stromengpässe im Winter 2022 wurde die Laufzeit der drei letzten Kernkraftwerke verlängert. Am 15. April 2023 sind auch diese endgültig vom Netz gegangen. Bis zum Jahr 2030 sollen 80 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien kommen; die Treibhausgasemissionen werden deutlich reduziert. Die Energiewende ist zudem ein Innovationsmotor für den Industriestandort Deutschland – sie schafft Wachstum und zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Stärkung der Investitionen

Investitionen sind nötig für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Dies erfordert weitere Anstrengungen für mehr Investitionen, insbesondere in die digitale Infrastruktur oder die Forschungsförderung. Die privaten und öffentlichen Investitionen zu beleben, bedeutet auch mehr Wachstum und Beschäftigung.

Bilder der Wirtschaftsminister 2013-heute; Quelle: BMWi/Susie Knoll, BPA/Steffen Kugler

© BMWi/Susie Knoll, BPA/Steffen Kugler

Die Wirtschaftsminister
2013 bis 2021

Brigitte Zypries
Peter Altmaier

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