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Fast 90 Prozent der Endenergie, die in privaten Haushalten in Deutschland verbraucht werden, werden für Wärme genutzt. Für die Deckung dieses Bedarfs gibt es für Haushalte viele klimaschonende Möglichkeiten.
Die Solarthermie ist dafür eine Option. Mit ihr kann ein Teil der benötigten Wärme durch eine erneuerbare Energiequelle gewonnen werden: Die Sonnenstrahlung.
Kollektoren sammeln die Strahlungswärme der Sonne ein. Eine Trägerflüssigkeit, die in einem Kreislauf durch die Kollektoren fließt, nimmt diese Wärme auf, und gibt sie dann an den Wärmespeicher weiter. Darin wird Wasser für den Warmwasserbedarf oder für die Heizung erwärmt und bereitgehalten.
Die so gewonnene Wärme im Wärmespeicher kann auch für den Betrieb von Kältemaschinen oder als Prozesswärme in der Industrie genutzt werden. In Deutschland sind rund 22 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektoren installiert. Diese produzierten 2024 fast 9 Terrawattstunden (TWh) Wärme. Im selben Jahr wurden 220.000 Quadratmeter Kollektorfläche neu installiert.
Mit Beratung und Förderung zum passenden Ergebnis
Abhängig von der zur Installation verfügbaren Fläche, von der vorhandenen Heizungsanlage, und dem Bedarf eines Haushalts kann die Wärmeversorgung, ganz besonders für Warmwasser, durch Solarthermie gedeckt werden. Wer plant, seine Heizung auszutauschen, sollte sich durch Fachleute beraten lassen.
Wird bereits Solarthermie genutzt, empfiehlt sich zudem eine regelmäßige Überprüfung und Wartung für den effizienten Betrieb. Auch können Optimierungsmöglichkeiten geprüft werden. Unterstützung gibt es hier.
Wird die Solarthermie-Anlage nicht als Einzelmaßnahme, sondern im Rahmen einer Komplettsanierung installiert, kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG WG) neben einem zinsgünstigen Kredit zusätzlich ein Tilgungszuschuss beantragt werden. Mehr Informationen zur BEG-WG-Kreditförderung durch die KfW gibt es hier.
Das sagt der Experte
Experteninterview
3 Fragen an Alexander Werner, Experte Solartechnik des Energieberatendenverbands GIH
Das sagt der Experte
Herr Werner, welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um mit einer Solarthermie-Anlage effizient Trinkwasser zu erwärmen und die Heizung im Haus zu unterstützen?
Erfahrungen zeigen, eine solarthermische Trinkwassererwärmung in Ein- bzw. Zweifamilienhäusern ist mittels Vorwärmstufen in einem Trinkwarmwasserspeicher sehr gut möglich, außerdem auch mit Pufferspeichern und Übergabestationen. Für ertragsschwache bzw. verbrauchsstarke Zeiten muss eine andere Energiequelle vorhanden sein, die das Trinkwarmwasser auf die Zieltemperatur bringen kann. Für Mehrfamilienhäuser oder größere Anlagen eignen sich in der Regel Heizanlagen mit Pufferspeichern, um Angebot und Nachfrage der Solarenergie zwischenspeichern bzw. ausgleichen zu können. Und natürlich sollte dem Dach oder am Gebäude genug Platz für solarthermische Kollektoren sein.
Gut dimensionierte Anlagen erreichen Deckungsraten von 60 Prozent. Diese sind geringer, wenn mit Solarthermie auch die Heizung unterstützt wird, abhängig vom Bedarf an Heizenergie.
Alexander Werner, Experte Solartechnik des Energieberatendenverbands GIH
Lässt sich mithilfe von Solarthermie das ganze Jahr über Wärmeenergie gewinnen?
Klares Ja, allerdings im Winter etwas weniger, dafür im Sommer umso mehr. Gut dimensionierte Anlagen erreichen Deckungsraten von 60 Prozent. Diese sind geringer, wenn mit Solarthermie auch die Heizung unterstützt wird, abhängig vom Bedarf an Heizenergie. Ein großer Vorteil: Solarthermie kann zeitweise Brennstoff oder andere Energieträger, mit denen die Heizung gespeist wird, ersetzen.
Sind Photovoltaik und Solarthermie kombinierbar?
Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Entweder nutzt man die solare Energie separat mittels PV- und Solarthermie-Kollektoren. Dafür wird entsprechend viel Platz bzw. Fläche benötigt. Bei sogenannten PV-T Kollektoren ist hinter den Photovoltaikmodulen eine separate Thermie-Anlage installiert. Zudem können PV-Module im Sommer überschüssigen Strom mittels elektrischer Heizstäbe in den Speicher laden. Bei solchen Fragen helfen Experten gerne weiter.
Das rechnet sich: Energieeffizienz-Expertin bzw. -Experten finden
Ob Neubau, Sanierung oder Effizienzsteigerung – holen Sie sich den Rat, den Sie brauchen, und finden Sie eine unabhängige Energieberatung in Ihrer Umgebung!