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Bürger machen zusammen Energie
Praxisbeispiel: Bürgerwindpark Helmetal
Einleitung
Als Bürgerinnen und Bürger selbst ein Windenergie-Projekt realisieren? „Bürgerenergiegesellschaften“ geben der Energiewende Rückenwind und unterstützen gleichzeitig die Kommunen vor Ort. Das zeigt das Praxisbeispiel der Bürgerenergiegenossenschaft Helmetal in Thüringen.
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Team Energiewechsel: Bürger machen zusammen Energie
Fast wie in einer Kathedrale wirkt es im Inneren des Windrads, gut 150 Meter geht der Blick nach oben: So hoch hängt das Rotorblatt des Windrads der Bürgerenergiegenossenschaft Helmetal. „Ein solches Windrad liefert Strom für bis zu 1.200 Haushalte. Für ein ganzes Jahr!“, erklärt Hans-Jürgen Weidt, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft.
Im Windpark Nentzelsrode stehen insgesamt 18 Windräder, zwei davon gehören anteilig der Energiegenossenschaft. Da eine einzelne Anlage mehrere Millionen Euro kostet, wurde die Investition auf mehrere Schultern verteilt. Bei den beiden Windrädern in Nentzelsrode tragen die örtlichen Stadtwerke die Hälfte, die andere Hälfte teilen sich Energiegenossenschaften aus dem nördlichen Thüringer Raum. Eine davon: die Bürgerenergiegenossenschaft Helmetal. Im zehnten Jahr ihres Bestehens hat diese mittlerweile rund 90 Mitglieder – und 20 Projekte auf den Weg gebracht: vom Photovoltaik-Dach auf einer Kita bis zu den beiden Windrädern im Windpark.
Förderungen für Bürgerenergiegesellschaften
Grundsätzlich kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger in eine Energiegenossenschaft einbringen. Rund 500 Euro kostet ein Anteil in Helmetal, erklärt Hans-Jürgen Weidt. Dafür bekommen die Mitglieder ein Stimmrecht und eine Rendite in Höhe von derzeit vier Prozent. Der Bund unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Gründung von Bürgerenergiegesellschaften. Im Rahmen des „Förderprogramms Bürgerenergiegesellschaften bei Windenergie an Land“ sind Fördermittel für die Planung und Genehmigung möglich, pro Projekt bis zu 200.000 Euro (Stand: bis Ende Juni 2024). Ein wichtiges Signal für die Energiewende, findet Sebastian Kupfer, Mitgründer der Energiegenossenschaft Helmetal. „Über die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger schaffen wir vor Ort Akzeptanz für die Erneuerbaren.“
Hans-Jürgen Weidt (Mitte) mit Mitgliedern der Energiegenossenschaft Helmetal
Der Mittdreißiger erinnert sich, dass zum Beispiel eine Hinweistafel an der Eingangstür in einer Kita einen neuen Schwung an Mitgliedern in der Energiegenossenschaft brachte. „Hier betreibt die eG Helmetal eine Photovoltaikanlage mit der Gesamtleistung von 15,43 Kilowattpeak (kWp)“, steht darauf. Insgesamt 63 Module produzieren auf dem Dach den Strom für die Kita-Küche, für die Computer und die Lampen im Gebäude. Regionale „Wertschöpfung“ nennt das Hans-Jürgen Weidt: Strom wird in der Region produziert, was geringere Netzentgelte und stabile Strompreise bedeutet – für kommunale Verbraucher wie für Privathaushalte. Überdies profitieren Kommunen im ländlichen Raum von Pachteinnahmen, wenn sich Windräder auf ihren Grundstücken drehen. Sogar einen eigenen „Ökostrom-Tarif“ können die Energiegenossenschaften Thüringen inzwischen anbieten. Manfred Handke, Bürgermeister der Gemeinde Werther, freut sich mit: „Wir sind dabei, die Energiewende umzusetzen. Und da ist es natürlich wichtig, dass jeder mitmacht.“
Das nächste Projekt der Energiegenossenschaft Helmetal ist jedenfalls schon in Planung: In einem neuen Windpark wollen die Mitglieder zum ersten Mal eine eigene Windkraftanlage betreiben, die ihnen zu einhundert Prozent gehört.
Ob in Unternehmen, Kommunen oder Privathäusern: Wir alle können Energie sparen und die Energiewende voranbringen. Wie, das zeigen unsere Best-Practice-Videos aus der Praxis: aus dem Lebens- und Arbeitsalltag der Menschen in Deutschland.