Zum 28. Juli 2022 treten Änderungen in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft. Für Anträge beim BAFA (Einzelmaßnahmen Zuschuss) gilt eine Übergangsregelung bis einschließlich 14. August 2022. Weitere Informationen finden Sie in den BEG-FAQs.

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Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Noch nie waren Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien so lohnend und einfach. Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist mit einem schlanken Antrag für alle Fördermaßnahmen und zinsgünstigen Krediten mit Tilgungszuschuss gestartet.

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Fördermittel für Gebäudesanierung und Neubauten

Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 hat die Bundesregierung beschlossen, die Gebäudeförderung attraktiver zu gestalten. Ein zentraler Punkt dabei: Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und der Einsatz von erneuerbaren Energien werden unter dem gemeinsamen Dach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Die Investitionsanreize sollen entscheidend dazu beitragen, die Energie- und Klimaziele 2030 im Gebäudesektor zu erreichen.

Der Ukraine-Krieg hat die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas und Öl verdeutlicht und damit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung zusätzliche Bedeutung verliehen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudesektor rücken verstärkt ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Weniger Energie zu verbrauchen ist der günstigste und effizienteste Beitrag zu mehr Unabhängigkeit und mehr Klimaschutz. Neben strengeren ordnungsrechtlichen Vorgaben sind Förderung und Anreize hierbei ein wesentlicher Schlüssel.

Die Bundesregierung hat daher die aktuelle Situation zum Anlass genommen, die Sanierungsförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude, wie angekündigt, neu zu ordnen. Die zur Verfügung stehenden Steuermittel sollen zielgerichtet dort eingesetzt werden, wo der Klimaschutzeffekt und damit die Fördereffizienz am höchsten ist, das ist bei Sanierungen der Fall. Außerdem hilft die Sanierungsförderung den Bürgerinnen und Bürgern dabei, langfristig Geld zu sparen. Gerade alte Fenster, alte Außentüren oder alte Heizungsanlagen sind Energiefresser – und damit Kostenfaktoren.

Ein Teil der neuen Förderbedingungen gilt ab dem 28. Juli. Im Herbst 2022 werden einige weitere Änderungen eingeführt.

Mit der Reform wird das Ambitionsniveau geförderter Sanierungsmaßnahmen gesteigert und die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor beschleunigt. Deshalb wird insbesondere ein Heizungs-Tausch-Bonus eingeführt und jegliche Förderung von gasverbrauchenden Anlagen gestrichen.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

  • Die Fördersätze werden abgesenkt, verbleiben aber auf hohem Niveau
    Um allen Antragstellergruppen weiterhin den Zugang zur Förderung zu ermöglichen, sind etwas verringerte Fördersätze notwendig. Sie bleiben aber weiterhin auf einem hohen Niveau und liegen bspw. bei den Einzelmaßnahmen zwischen bis zu 20 Prozent bei Dämmmaßnahmen und bis zu 40 Prozent bei Wärmepumpen.
  • Das Zuschussportal der KfW wird geschlossen
    Durch die Fokussierung auf zinsverbilligte Kredite mit Tilgungszuschüssen für Komplettsanierungen können die Refinanzierungsvorteile der KfW genutzt und somit Steuermittel gespart werden. Dadurch entstehen finanzielle Spielräume, die den Erhalt weiterhin hoher Fördersätze ermöglichen. Die reine Kreditförderung erlaubt zudem eine verbesserte Steuerung und somit die Einhaltung der zur Verfügung stehenden Mittel.
  • Kreditförderung für Einzelmaßnahmen bei der KfW wird abgeschaltet
    Die Kreditförderung für Einzelmaßnahmen bei der KfW macht seit dem Start nur einen sehr geringfügigen Anteil des Gesamtvolumens der Einzelmaßnahmen aus. Der administrative Aufwand für das Angebot ist unverhältnismäßig mit Blick auf die geringe Inanspruchnahme. Daher wird die Kreditvariante bei der KfW für Einzelmaßnahmen im Zuge der Umsetzung des BEG-Neuausrichtung abgeschaltet. Die Zuschüsse für Einzelmaßnahmen beim BAFA bleiben erhalten. Die Fördersystematik wird somit vereinfacht und nutzerfreundlicher, da es eine klare Aufteilung gibt: Einzelmaßnahmen werden beim BAFA, systemische Maßnahmen bei der KfW beantragt.
  • Einstellung jeglicher Förderung fossiler Heizungen
    Die Förderfähigkeit von gasbetriebenen Anlagen und den damit einhergehenden Umfeldmaßnahmen wird aufgehoben. Das betrifft die Förderung von Renewable-Ready-, Gashybrid-Heizungen.
  • Einführung eines Heizungs-Tausch-Bonus
    In der BEG wird ein Heizungs-Tausch-Bonus (10 Prozent) zusätzlich zum regulären Fördersatz eingeführt, mit dem wir den Austausch von mindestens 20 Jahre alten Gasheizungen vorantreiben werden. Diese Heizungen sind ineffizient, verbrauchen viel Energie und sind daher der Fokus der Maßnahme.

Alle Änderungen entnehmen Sie bitte der Änderungsbekanntmachung. Die FAQs rund um die BEG-Reform finden sie hier.

Struktur der BEG

Die BEG ist in eine Grundstruktur mit drei Teilprogrammen aufgeteilt:

Struktur der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

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Die drei Teilprogramme der BEG sind:

  • „Wohngebäude (BEG WG) – Sanierung oder Neubau von Wohngebäuden“,
  • „Nichtwohngebäude (BEG NWG) – Sanierung oder Neubau von Nichtwohngebäuden“ sowie
  • „Einzelmaßnahmen (BEG EM) – Sanierung mit Einzelmaßnahmen an Wohn- oder Nichtwohngebäuden“.

Die wichtigsten Infos zur BEG

  • Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Kommunen, Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen.
  • Förderanträge müssen grundsätzlich vor Vorhabenbeginn gestellt werden. Als Vorhabenbeginn gilt dabei der „Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags“. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen allerdings vor Antragstellung erbracht werden. Vorbereitende Maßnahmen (z. B. Aufräumarbeiten, Abrissarbeiten, Bodenuntersuchungen etc.) auf dem Grundstück sind ebenfalls vor Antragstellung erlaubt.
  • Die für die Umsetzung der Maßnahme notwendigen Umfeldmaßnahmen (z. B. Ausbau und Entsorgung einer Altheizung) werden in die förderfähigen Kosten einbezogen.
  • Leistungen von Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten können mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden.

Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Mit der BEG EM werden Einzelmaßnahmen ab dem 15.08. in Bestandsgebäuden wie nachfolgend dargestellt gefördert:

StandardBoniMax.
Einzelmaßnahmen ZuschussZuschussiSFPHeizungs-AustauschEffiziente WärmepumpeMax. Fördersatz
Solarthermie25%---25%
Biomasse10%-10%-20%
Wärmepumpe25%-10%5%40%
Innovative Heizungstechnik25%-10%-35%
EE-Hybrid25%-10%5%40%
EE-Hybrid mit Biomasseheizung20%-10%5%35%
Wärmenetzanschluss25%-10%-35%
Gebäudenetzanschluss25%-10%-35%
Gebäudenetz Errichtung/Erweiterung25%---25%
Gebäudehülle 1)15%5%--20%
Anlagentechnik 2)15%5%--20%
Heizungsoptimierung15%5%--20%

Gebäudehülle 1) betrifft Maßnahmen rund um die Dämmung von Außenwänden, Dach, Geschossdecken und Bodenflächen, Austausch von Fenstern und Außentüren, sommerlichen Wärmeschutz.

Anlagentechnik 2) umfasst folgende Maßnahmen: Einbau/Austausch/Optimierung von Lüftungsanlagen; WG: Einbau „Efficiency Smart Home“; NWG: Einbau Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Raumkühlung und Beleuchtungssysteme.

iSFP-Bonus: Bei Umsetzung einer Sanierungsmaßnahme als Teil eines in der „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ (EBW) geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) erhöht sich der Fördersatz zusätzlich um 5 Prozentpunkte. Die Maßnahme wird bei der Förderung von Heizungen nicht mehr gewährt. Die Maßnahme muss hierfür jedoch innerhalb eines Zeitraums von maximal 15 Jahren nach Erstellung des iSFP umgesetzt werden.

Heizungs-Tausch-Bonus: Für den Austausch von funktionstüchtigen Öl-, Kohle- und Nachtspeicherheizungen wird ein Bonus von 10 Prozentpunkten gewährt. Für den Austausch von funktionstüchtigen Gasheizungen wird ein Bonus von 10 Prozentpunkten gewährt, wenn deren Inbetriebnahme zum Zeitpunkt der Antragsstellung mindestens 20 Jahre zurückliegt. Für Gasetagenheizungen wird der Bonus unabhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme gewährt. Nach dem Austausch darf das Gebäude nicht mehr mit fossilen Brennstoffen im Gebäude oder gebäudenah beheizt werden.

Die Höchstgrenze förderfähiger Kosten beträgt bei Wohngebäuden max. 60.000 Euro pro Wohneinheit und bei Nichtwohngebäuden max. 1.000 Euro pro m2 Nettogrundfläche, insgesamt max. 5 Millionen Euro.

Das Mindestinvestitionssumme beträgt 2.000 Euro, bzw. 300 Euro bei der Heizungsoptimierung.

Bundesförderung für effiziente Gebäude –
Nichtwohngebäude (BEG NWG) und Wohngebäude (BEG WG)

Die systemischen Maßnahmen, mit denen bei der Sanierung oder beim Neubau von Gebäuden eine Effizienzgebäude-Stufe erreicht wird, werden in der BEG WG und BEG NWG gefördert. Die BEG gilt für alle Wohngebäude (WG), zum Beispiel für Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime, und für alle Nichtwohngebäude (NWG), zum Beispiel für Gewerbegebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser.

Ein Effizienzgebäude zeichnet sich durch eine energetisch optimierte Bauweise und Anlagentechnik aus und erreicht die in den technischen Mindestanforderungen definierten Vorgaben an die Gesamtenergieeffizienz (Bezugsgröße: Primärenergiebedarf) und an die Energieeffizienz der Gebäudehülle (Bezugsgröße: Transmissionswärmeverlust) für eine Effizienzgebäude-Stufe. Dabei gilt: Je kleiner die Zahl, desto energieeffizienter ist ein Gebäude.

Fördersätze

Die Zuschussförderung wird eingestellt, dafür werden in der Kreditförderung Tilgungszuschüsse mit attraktiver Zinsvergünstigung gewährt.

Fördersatz im Neubau (Tilgungszuschuss, Zinsvergünstigung kommt separat hinzu):

Effizienzhaus/-gebäude 40 NH: 5 %

Effizienzgebäude-Stufen in der Sanierung:

StandardBoniMax.
Systemische Maßnahmen
Sanierung Kredit
TilgungszuschussZinsvergünstigung max.EENH (nur NWG)Worst Performing Building (ab 22.09.)Max. Fördersatz
EH/EG Denkmal5%15%5%5%-25%
EH 855%15%5%5%-25%
EH/EG 7010%15%5%5%-30%
EH/EG 5515%15%5%5%5%40%
EH/EG 4020%15%5%5%5%45%

Es wird eine Zinsverbilligung für die erste Zinsbindungsdauer gewährt. Die Zinsverbilligung für neu gewährte Förderkredite kann u.a. in Abhängigkeit vom Marktzinsniveau schwanken.

Die Fördersätze für die Zuschussförderung für kommunale Antragsteller für die Sanierung werden folgendermaßen angepasst:

  • EH/EG Denkmal: 20 %
  • EH 85: 20 %
  • EH/EG 70: 25 %
  • EH/EG 55: 30 %
  • EH/EG 40: 35 %

Die EE (Erneuerbare Energien)-Klasse wird erreicht, wenn mindestens 55 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes aus erneuerbaren Energien stammt.

Ein Effizienzgebäude erreicht die NH (Nachhaltigkeits)-Klasse, wenn diesem von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ein „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ zuerkannt wurde. Alle Informationen zum „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ werden auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen veröffentlicht: www.nachhaltigesbauen.de/austausch/beg.

Eine Kombination von EE-Klasse und NH-Klasse ist nicht möglich. Es wird ein Bonus für die Worst-Performing Buildings von 5%-Punkten gewährt, wenn diese auf das Niveau EH40 oder EH55 saniert werden. Dieser ist mit dem EE- und dem NH-Bonus kombinierbar. Aus technischen Gründen wird dieser Bonus erst ab Ende September zur Verfügung stehen.

Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten beim Neubau von Wohngebäuden beträgt 120.000 Euro je Wohneinheit. Bei der Sanierung von Wohngebäuden beträgt sie 120.000 Euro je Wohneinheit in der Grundförderung, und 150.000 Euro je Wohneinheit bei Erreichen einer EE- oder NH-Klasse.

Bei Nichtwohngebäuden liegt die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten bei 2.000 Euro/m² Nettogrundfläche, maximal jedoch bei insgesamt 10 Millionen Euro.

Zuständig für die Durchführung der BEG sind die KfW und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA):
www.kfw.de/beg
www.bafa.de/beg

Eine Übersicht der wichtigsten Fragen und Antworten rund um die BEG finden Sie auch in unserem FAQ Bereich. Die Änderungsbekanntmachung zu den BEG-Richtlinien ist hier veröffentlicht.

Energieberatung bei Gebäude-Sanierungen

Energieberatung ist zumeist die Vorstufe von Maßnahmen zur Gebäude-Sanierung oder Modernisierung. Denn sie hilft, Energieeffizienz und erneuerbare Energien in den Planungs- und Entscheidungsprozess einzubeziehen und damit die Effizienzpotenziale zum individuell günstigsten Zeitpunkt auszuschöpfen. Hierfür bietet Ihnen das BMWK passende Unterstützung an.

Eine Einstiegsberatung zum Thema Energieeffizienz und erneuerbare Energien erhalten Sie über die Energieberatung der Verbraucherzentralen. Vertiefende Beratungsangebote werden über die Energieberatung für Wohngebäude (EBW) und die Energieberatung für Energieberatung für Nichtwohngebäude Anlagen und Systeme (EBN) bezuschusst.

Danach treffen Sie die Entscheidung, welche Maßnahmen zur Gebäude-Sanierung bzw. -Modernisierung sie umsetzen wollen. Dabei hilft Ihnen auch eine qualifizierte Energieeffizienz-Expertin oder ein qualifizierter Energieeffizienz-Experte, die für Sie passende Förderung auszuwählen.

Damit Maßnahmen nach den Vorgaben der BEG umgesetzt werden, gibt es auch Zuschüsse für die Fachplanung und Baubegleitung.

Informationen zur Energieberatung

Screenshot Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme Bild vergrößern

Video: Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN)

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Video: Energieberatung für Wohngebäude (EBW)

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Weitere Förderprogramme

  • In der Förderdatenbank des Bundes erhalten Sie Informationen zu den Förderprogrammen des Bundes, der Länder und der EU in allen Themenbereichen. Neben der Fördermittelrecherche stehen allgemeine Informationen zu Finanzierung und Förderwissen sowie Begriffserläuterungen zur Verfügung.

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