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Energiesparen im Unternehmen – so sinkt der Energieverbrauch

Ob großer Konzern, Industriebetrieb oder mittelständiges Unternehmen, kleiner oder großer Haushaltsetat – jedes Unternehmen kann Energiesparen. Und so zu unserer Unabhängigkeit beitragen.

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Wie sich Unternehmen robust und zukunftssicher aufstellen können

Viele Gebäude, Anlagen und Prozesse in Unternehmen bieten wirtschaftlich erschließbare Energieeffizienzpotenziale. Wer seinen Betrieb robust und zukunftssicher aufstellen und steigenden Energiekosten entgegenwirken will, kann jetzt bereits einfache Schritte beim Heizen und Lüften sowie im Mobilitätsverhalten direkt umsetzen und dafür sorgen, dass sich steigende Energiekosten weniger stark auswirken. Aber auch für mittelfristige Investitionen können jetzt die Weichen gestellt werden. Noch nie war es so wichtig, Energie sinnvoll und sparsam einzusetzen und den Verbrauch zu reduzieren.

Einsparpotenzial bei Unternehmen

Der industrielle Erdgasverbrauch hat einen Anteil von rund einem Viertel am gesamten deutschen Erdgasverbrauch. Das kurz- bis mittelfristige Potenzial für den Ersatz von Erdgas in der Industrie für industrielle Anwendungen beträgt acht Prozent (des gesamten industriellen Erdgasverbrauchs).

Der Stromverbrauch für mechanische Energie in der Industrie, zum Beispiel zum Betrieb von Motoren oder Maschinen, beträgt ungefähr ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs. Bei diesen Anwendungen sind Einsparpotenziale von durchschnittlich 25 Prozent möglich.

Auch im Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen dominieren Wärmeanwendungen mit mehr als 60 Prozent den Endenergieverbrauch. Hierbei ist die Raumwärme für rund die Hälfte des Endenergieverbrauchs verantwortlich, wobei ebenfalls überwiegend Erdgas für die Wärmebereitstellung eingesetzt wird.

Der Anteil erneuerbarer Energien für die Wärmeerzeugung beträgt in der Industrie bisher weniger als fünf Prozent und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen rund zehn Prozent.

Mit mehr erneuerbaren Energien und weniger Energieverbrauch unterm Strich erreichen wir das Ziel der Klimaneutralität schneller, sichern unsere Freiheit und gewinnen Unabhängigkeit.

Zahlen und Fakten

3,4

Millionen
Unternehmen nutzen Erdgas zum Heizen und für die Warmwasserbereitung und zum Teil auch für die Produktion.

70

Terawattstunden
können jährlich durch die Vermeidung und Nutzung industrieller Abwärme eingespart werden. Dies entspricht rund 10 Prozent des Endenergieverbrauchs in der Industrie.

30

Prozent
des Endenergieverbrauchs für den Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen entfallen auf Raumwärme und Warmwasserbereitung.

Das können Unternehmen SOFORT und selbst umsetzen

Zweifellos ist es am besten, Energie gar nicht erst zu verbrauchen. Kleine Änderungen im Nutzungsverhalten können schon viel bewirken. Sie benötigen keinen oder nur einen geringen finanziellen Aufwand und tragen sofort zur Energiekostensenkung bei. Die folgenden Handlungsmöglichkeiten gelten dabei für eine Vielzahl von Unternehmen.

Hier gibt es die Tipps zum runterladen.

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Büro und Verwaltung

Effizient zu heizen bedeutet nicht, frieren zu müssen. Auch energiesparend lässt sich ein gutes Raumklima schaffen. Durch kleine Änderungen im Heizverhalten können Unternehmen bereits viel bewirken.

Bedarfsgerechtes Heizen

Während arbeitsfreier Zeiten, zum Beispiel nachts, kann die Raumtemperatur abgesenkt werden. Moderne Heizungsanlagen ermöglichen eine zentral gesteuerte Absenkung der Raumtemperatur. Zu Betriebsbeginn sollte die Raumtemperatur jedoch wieder die notwendige Temperatur am Arbeitsplatz gemäß der Arbeitsstätten-Richtlinie erreichen.

Ein Grad macht den Unterschied

Wenn die Raumtemperatur nur um ein Grad Celsius abgesenkt wird, können bereits einige Prozent Energie eingespart werden.

Richtig heizen

Damit Heizkörper richtig und effizient funktionieren, sollten sie nicht verdeckt werden: Achten Sie auf genügend Abstand zu Möbeln oder Verkleidungen. Und: Entlüften Sie die Heizungen regelmäßig. Das kostet pro Heizkörper durchschnittlich nur fünf Minuten Arbeitsaufwand, spart aber jährlich 1,5 Prozent Energie ein.

Richtig lüften bedeutet weniger heizen. Für ein energieeffizientes Lüften der Räume ist regelmäßiges kurzes Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern besser als Dauerlüften mit gekippten Fenstern. An kalten Tagen achten Sie darauf, währenddessen die Heizung abzudrehen.

In den Nachtstunden und an arbeitsfreien Zeiten darf die Kühlung oder Lüftung ruhig abgeschaltet werden. Moderne Raumluftanlagen ermöglichen dank einer zentralen Steuerung das Programmieren aller relevanten Randbedingungen für Heizung, Lüftung und Klimatisierung.

Für eine große Bandbreite an Einkäufen, wie IT, Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Kühlung, Gebäudesteuerung, Fahrzeuge und nicht zuletzt Gebäudetechnik bei neuen Gebäuden, gilt: Es lohnt sich, in das passende Gerät und System zu investieren. Damit lässt sich bereits viel Strom sparen. Wenn Energieeffizienzkriterien – zum Beispiel die Energieeffizienzklasse, die passende Größe und der Stromverbrauch – berücksichtigt werden, kann der Energieverbrauch reduziert werden.

Wo es möglich ist, sollen die Mitarbeitenden die Möglichkeit haben, generell oder für bestimmte Wochentage Homeoffice machen zu können. So lassen sich lange Anfahrten und damit CO2 vermeiden.

Für die Änderung des Mobilitätsverhaltens der Beschäftigten gibt es eine große Bandbreite an Maßnahmen wie:

  • Anreize zum Fahrradfahren, zum Beispiel Fahrradleasing, Wasch- und Umkleideräume sowie sichere Abstellplätze
  • Job-Tickets für die ÖPNV-Nutzung oder Zuschüsse
  • Reduzierung kostenfreier Parkplätze
  • Einrichten der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge
  • Förderung von Fahrgemeinschaften

Unter folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen und Praxisleitfäden zum betrieblichen Mobilitätsmanagement.

Ebenso kann eine PKW-Unternehmensflotte, die noch mit Energie aus fossilen Rohstoffen betrieben wird, ökologisch verbessert werden; zum Beispiel durch das Angebot von Dienstfahrrädern oder Elektrofahrzeugen. Dienstreiseregelungen können so angepasst werden, dass emissionsärmere Varianten wie Bahnfahrten gegenüber PKW und Flugzeugen von den Mitarbeitenden bevorzugt werden.

Auf folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen und Praxisleitfäden zum betrieblichen Mobilitätsmanagement.

Schon die Sensibilisierung von Nutzerinnen und Nutzern sowie der Mitarbeitenden, die für den Gebäudebetrieb verantwortlich sind, kann einiges an Energie einsparen.

Dazu dienen bereits scheinbar unbedeutende Maßnahmen, die jedoch große Wirkung erzielen und von allen umgesetzt werden können. Etwa durch bewusstes Heizen und Lüften, das Ausschalten von Druckern und Monitoren, die Nutzung von Tageslicht sowie das Ausschalten der Beleuchtung, wenn diese nicht benötigt wird.

Darüber hinaus kennen die Mitarbeitenden die möglichen Stellschrauben in den einzelnen Prozessen und Anlagen meistens am besten. So können Sie sie miteinbeziehen:

  • Informationsveranstaltungen und Schulungen
  • Einrichtung von internen Prozessen, in denen Mitarbeitende Vorschläge für Energieeffizienzmaßnahmen einbringen können
  • Anreize durch Bonussysteme
  • Regelmäßige Veröffentlichung von aktuellen Verbrauchswerten und Energiekennzahlen

Verbindliche Anweisungen für energiesparendes Verhalten in Gebäuden ergeben darüber hinaus insbesondere für die Personen Sinn, die direkten Einfluss auf den Energieeinsatz haben. Dazu gehören Beschäftigte im Facility Management, in der Haustechnik ebenso wie Mitarbeitende im Energiecontrolling und -management. Regelmäßige Schulungen sind empfehlenswert. Bei komplexer Anlagen- oder Gebäudeleittechnik braucht es spezielle Vertiefungen für die zuständigen Mitarbeitenden.

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Gebäude und Anlagen

Viele Klimaanlagen und Lüftungssysteme sind veraltet und unzureichend eingestellt. Sie können bis zu 50 Prozent des Stromverbrauchs verursachen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer die Einstellungen ihrer Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen anpassen, kann Energie gespart werden. Dazu zählt:

  • Temperaturvorgaben und Luftvolumenströme ändern: Bei Raumluftanlagen ist es wichtig, dass sie nicht auf zu niedrige Temperaturen eingestellt oder überdimensioniert sind, um Zugluft zu vermeiden.
  • Laufzeit an aktuelle Anforderungen anpassen: Nicht genutzte Räume, besonders am Wochenende, sollten nicht geheizt oder belüftet werden.
  • Digitale Steuerungseinheiten nutzen, die die Heizung automatisch beim Lüften abschalten.
  • Zeitprogramme für Heizen und Lüften anpassen. Zum Beispiel Heizkurven in den Nachtstunden absenken.

Ideal ist es, wenn die Raumluftanlage abhängig von der Belegung der Räume die Frischluftversorgung regelt.

Regelmäßige Wartungen von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen können genutzt werden, um die Anlage zu optimieren.

Wärmeverluste können durch Dämmung erheblich reduziert werden. Die Wärmedämmung von Rohrleitungen und Bauteilen, beispielsweise von Flanschen, Armaturen und Ventilen, erhöht die Energieeffizienz von Anlagen. Sie ist in der Regel eine kostengünstige Möglichkeit, die Wärmeverluste um 30 Prozent zu senken.

Dichten Sie Fenster und Türen ab: Das ist einfach und kostengünstig umzusetzen und spart Heizenergie. Nutzen Sie zum Beispiel elastische Dichtungsbänder und für Türunterkanten bewegliche Dichtprofile und Bürstendichtungen. Besonders lohnt es sich bei Türen zu unbeheizten Räumen oder Geschossen.

Wenn die Nächte kalt werden, oder es im Sommer sehr heiß ist, empfiehlt es sich, Rollos, Vorhänge und Jalousien geschlossen zu halten. Egal, ob außerhalb oder während der Bürozeiten.

Das können Sie als NÄCHSTES angehen: Zusammen mit Fachleuten und staatlicher Förderung

Eigeninitiative ist sinnvoll und lohnt sich! Aber was tun, wenn Zeit, Wissen und Personal begrenzt sind? Dann helfen externe Energiedienstleistende. Das Beste daran: Sie lassen sich oft über die Energieeinsparungen refinanzieren.

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Handwerkliches Fachpersonal und spezialisierte Dienstleistende helfen Ihnen weiter

Energieberaterinnen und -berater analysieren mit Ihnen den Betrieb, schlagen Optimierungen vor und verfügen über gute Kontakte für die Umsetzung. Am Ende können sich Unternehmen über energieeffiziente Gebäude sowie langfristig über stabile Anlagen, Prozesse und niedrige Energiekosten freuen. Diese drei Schritte führen zur passenden Lösung:

  1. Beraterin oder Berater finden und die Energiebilanz analysieren lassen
  2. Vorschläge für energieeffiziente Maßnahmen, inklusive Wirtschaftlichkeitsberechnungen, erhalten

Tipp: Die Energieberatung wird vom Staat finanziell unterstützt. Die Bundesförderung der Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme fördert in Modul 2 Energieberatungen für Nichtwohngebäude im Bestand und im Neubau.

Beim Energieaudit untersucht ein innerbetrieblicher oder externer gesondert qualifizierter Auditor systematisch den Energieverbrauch und die Energiekosten. Die Person identifiziert Einsparpotenziale, bewertet sie unter wirtschaftlichen Aspekten und erstellt einen konkreten Maßnahmenplan. Ein solches Audit entspricht den Anforderungen an ein Energieaudit im Sinne von Paragraf 8a des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) und insbesondere den Anforderungen der DIN EN 16247. Für große Unternehmen sind solche Audits Pflicht. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren davon.

Tipp: Auch hier gibt es eine finanzielle Förderung durch den Staat; über die Bundesförderung der Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme im Modul 1 Energieaudit DIN EN 16247.

Wenn Zeit, Wissen und Personal im Unternehmen begrenzt sind, können Unternehmen auf spezialisierte externe Energiedienstleistende zurückgreifen, sogenannte Energiespar- und Energieliefer-Contractoren. Die Dienstleistungen dieser Anbietenden umfassen die Energielieferung, messtechnische Aufgaben, eine vollständige Energieanalyse, Energieberatung sowie die Umsetzung technischer Maßnahmen oder der gesamten Betriebsführung. Das Besondere daran: Contractoren refinanzieren ihre Ausgaben über die berechnete Energieeinsparung. Diese kann bei bis zu 35 Prozent liegen.

Konkret entwickeln Contractoren ein individuell auf das Gebäude und dessen Anlagentechnik zugeschnittenes Konzept zur Verbesserung der Energieeffizienz oder zur Bereitstellung von Energie, zum Beispiel Solarenergie. Zudem planen und realisieren die Dienstleistenden Maßnahmen, tätigen in der Regel alle notwendigen Investitionen und kümmern sich um Wartung und Instandhaltung der Anlagentechnik. Die Energiespar-Contractoren verpflichten sich dabei auf eine Einspargarantie, die sie dem Unternehmen geben. Dabei müssen die Energiedienstleistenden innerhalb der vereinbarten Vertragslaufzeit die zugesagten Energieeinsparziele erreichen. Davon hängt auch ihre Vergütung ab.

Ein betriebliches Energiemanagement hilft, Energiespar-Potenziale zu erschließen und diese zu überwachen. Ziel ist es, Energieverbräuche und -kosten in einem Betrieb systematisch zu messen, transparent zu erfassen, zu analysieren und kontinuierlich zu verbessern – und damit die Energiekosten sowie CO2-Emissionen nachhaltig zu senken.

Bei einer komplexeren Unternehmensstruktur hilft eine zusätzliche Energiemanagement-Software. Heutzutage gibt es zahlreiche Anbieter für diese Software, mit der sich die Prozesse zeitgemäß abbilden und steuern lassen. Eine Übersicht von förderfähigen Energiemanagement-Software-Anbietenden hat die Seite des BAFA.

Ihr Energiemanagement-System können Sie auch nach der ISO 50001 Norm zertifizieren lassen und somit nachweisen, dass Sie in Ihrem Unternehmen energetisch sinnvoll wirtschaften und zugleich sicherstellen, dies kontinuierlich fortzusetzen.

Das rechnet sich – Mehr aus Energie machen und Kosten senken

Holen Sie sich den Rat, den Sie brauchen: hier finden Sie einen unabhängigen Energieberater.

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Maßnahmen mit geringem Investment und großer Wirkung

Alte Fenster sind oft nicht richtig dicht. Dadurch geht im Winter teure Wärme verloren, und im Sommer heizt sich der Raum zusätzlich auf. Die Energiekosten für die Raumbeheizung lassen sich mit energieeffizienten Fenstern senken.

Wichtig ist, dass Sie das Gebäude als Ganzes betrachten und alle Schritte aufeinander abstimmen. Beispielsweise sollte der Austausch von Fenstern nicht ohne Überlegungen zu einer Dämmung der Außenwände erfolgen.

Tipp: So rechnen sich neue Fenster und Türen

Die Kosten für einen Austausch von Fenstern und Türen müssen Unternehmen nicht allein schultern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt Sie dabei mit dem Programm Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) für Nichtwohngebäude.

Ein Heizkörper glüht, ein anderer wird nicht richtig warm oder gluckert? Möglicherweise ist die Heizungsanlage nicht optimal eingestellt.

Das Heizungssystem ist ein verzweigtes Netz aus unterschiedlichen Rohren. Das Heizungswasser im Rohrnetz folgt dem Gesetz des geringsten Widerstandes, das heißt bei nicht abgeglichenen Systemen werden Heizkörper in entfernten Räumen nur sehr unzureichend versorgt, während nahegelegene Räume überversorgt werden. Ein hydraulischer Abgleich, der die Wärme gleichmäßig im Gebäude verteilt, kann hier Abhilfe schaffen. Der Energieverbrauch kann damit um bis zu 15 Prozent gesenkt werden.

Tipp: Mit staatlicher Förderung Verbrauch und Kosten senken

20 Prozent Ihrer Kosten für den hydraulischen Abgleich erhalten Sie zurück, denn der Staat fördert den hydraulischen Abgleich bei bestehenden Heizsystemen von Nichtwohngebäuden mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM).

Die Energieeffizienz von Pumpen verringert sich mit dem Alter. Grund dafür sind zum Beispiel Ablagerungen oder undichte Armaturen. Pumpen sollten daher regelmäßig gewartet werden. Sie können bei schlechter Wartung bis zu 15 Prozent an Wirkungsgrad verlieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Heizungs- oder Umwälzpumpe handelt oder um Pumpen für die Bereitstellung von Prozesswärme und -kälte sowie für die Klimatisierung mit Kaltwassersätzen.

Austausch von Pumpen

Beim Austausch von ineffizienten Pumpen sollten Sie darauf achten, dass die neuen Pumpen richtig dimensioniert sind. Die neuen Pumpen sollten hocheffiziente Pumpenantriebe besitzen. Wenn die Pumpe nicht ständig im Betrieb ist, sondern nur manchmal benutzt wird, wird sie am besten drehzahlgeregelt betrieben.

Optimierung von bestehenden Pumpensystemen

Die richtige Abstimmung der Komponenten aufeinander ist das Schlüsselelement für die Energieeffizienz des Pumpensystems. Bei Verbesserungen oder Anpassungen im Pumpensystem sollte deshalb der Fokus nicht auf Einzelkomponenten liegen. Vielmehr ist es sinnvoll zu prüfen, wie das Gesamtsystems erfolgreich und wirtschaftlich optimiert werden kann. Hierbei können häufig 30 Prozent der Energiekosten entfallen.

Durch Umstellungen in Prozessen können oft große Energieverbrauchssenkungen erreicht werden. Es handelt sich dabei häufig um einfache Prozessoptimierungen, die aber in der Regel nur durch eine akribische Überprüfung oder Hinterfragung bestimmter Vorgaben für Verfahrensschritte gefunden werden. Die jeweiligen Mitarbeitenden kennen mögliche Stellschrauben in den einzelnen Prozessen am besten und sollten bei der Suche nach Einsparmöglichkeiten einbezogen werden.

Häufig werden dabei Tests gemacht, um zu überprüfen, ob die Umstellungen der Prozesse bei der Produktbearbeitung den Qualitätsanforderungen an die Produkte genügen. Dies gilt zum Beispiel für die Auswahl niedrigerer Temperaturen.

Der Energieverbrauch von Beleuchtungsanlagen lässt sich durch den Einsatz hocheffizienter Leuchtmittel, wie zum Beispiel LED-Lampen und Leuchten mit guter Lichtlenkung, deutlich reduzieren. Einsparpotenziale lassen sich durch den Einsatz von Bewegungsmeldern und Helligkeitssensoren sowie durch eine optimierte Tageslichtnutzung und Lichtsteuerung nutzen.

Das können Sie VORAUSSCHAUEND planen: Zusammen mit Fachleuten und staatlicher Förderung

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Diese Maßnahmen setzt der Fachbetrieb um

Gemeinsam mehr erreichen – darum geht es bei der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke. Ziel ist es, in einem freiwilligen, systematischen, zielgerichteten und unbürokratischen Erfahrungs- und Ideenaustausch eine spürbare Senkung der Energiekosten und Treibhausgasemissionen zu erreichen. Jeweils rund zehn Unternehmen sind über zwei bis drei Jahre in einem Netzwerk aktiv und treiben so gemeinsam ihre Energieeffizienz- und Klimaschutz-Vorhaben voran. Aktuell gibt es rund 340 registrierte Netzwerke (Stand Mai 2022).

Mithilfe der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) können Prozesse in Gebäuden und Anlagen automatisiert, gezielt gesteuert, kontrolliert und optimiert werden. Die Energieströme einzelner Anlagen und Gebäude werden automatisch erfasst, Energieverbräuche können grafisch dargestellt und detaillierte Energieberichte erstellt werden. Lastspitzen und Energieverbrauch werden ihrer Höhe nach aufgeführt. Die Technologie liefert damit die Möglichkeit, potenzielle Energieeffizienz-Möglichkeiten ausfindig zu machen. Nach umfangreicher Analyse können die Prozesse durch die Energiemanagement-Software und Digitalisierung so gesteuert werden, dass die Energieeffizienz deutlich erhöht wird.

Tipp: Das BMWK fördert den Erwerb und die Installation von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Sensorik zum Monitoring und der effizienten Regelung von Energie- und Materialströmen im Modul 3 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft.

Bei vielen Prozessen in der Industrie und im Gewerbe geht Wärme verloren. Diese Wärmeverluste werden allgemein als Abwärme bezeichnet und entstehen bei fast jedem thermischen oder mechanischen Prozess. Entsprechend groß ist die Bandbreite möglicher Abwärmequellen. Die Palette reicht von Produktionsanlagen und Motoren über Prozesswärme und Abwässer bis hin zu Druckluft-, Kühl- und Klimaanlagen.

Wärmeverluste können durch energieeffiziente Komponenten sowie eine optimale Dämmung und Betriebsweise reduziert werden. Die restliche Abwärme kann recycelt werden. Dafür gibt es vielfältige Möglichkeiten und Technologien, wie zum Beispiel das Beheizen von Räumen, die Erzeugung von Warmwasser oder Prozesswärme.

Auch außerhalb des Betriebs bestehen Nutzungsmöglichkeiten von Abwärme; wie die Einspeisung in Nah- und Fernwärmenetze oder die Versorgung eines benachbarten Betriebs. Darüber hinaus kann überschüssige Abwärme auch in andere Nutzenergieformen, wie Kälte oder Strom, umgewandelt werden.

Mehr Informationen zur Abwärmenutzung finden Sie auf dieser Seite.

Tipp: Die Umsetzung von Maßnahmen zur Abwärmenutzung werden im Modul 4 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft gefördert.

Möglichkeiten zur Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung für Prozesswärme und Heizung bietet zum Beispiel der Einsatz von Solarthermie in zahlreichen Branchen. Die solare Wärme kann in Dach-, Fassaden- und Freianlagen erzeugt werden.

Wärmepumpen können in der Industrie als Unterstützung der Heizung und Hochtemperatur-Wärmepumpen zur Prozesswärmeerzeugung für einen Temperaturbereich bis zu 150 °C eingesetzt werden. Voraussetzung für die Nutzung von Hochtemperatur-Wärmepumpen ist eine Wärmequelle (zum Beispiel Abwärme) auf einem geeigneten Temperatur-Niveau.

Tipp: Gefördert werden diese Maßnahmen im Modul 2 und 4 in der „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“.

Der Einsatz von Materialien stellt im produzierenden Gewerbe mit durchschnittlich 42 Prozent den größten Kostenfaktor und somit auch das größte Einsparpotenzial dar. Etwa 20 Prozent der verbrauchten Rohstoffe könnten durch eine effizientere Wirtschafts- und Produktionsweise eingespart werden.

Mögliche Wege zur effizienten Nutzung von Ressourcen sind laut IHK:

  • Rohstoffeinsatz durch Leichtbau minimieren
  • Nicht erneuerbare Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen
  • Produktionsprozesse effizienter gestalten
  • Lagerbestände reduzieren
  • Produktnutzungsphase optimieren
  • Wiederverwendbarkeit der Produkte steigern
  • Recycling-Quote der Produkte steigern

Tipp: Das BMWK fördert die Steigerung der Ressourceneffizienz im Modul 4 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft.

In industriellen Produktionsprozessen sollten zuallererst Energiespar-Schritte ergriffen werden, um Energie- oder Ressourcenverluste zu vermeiden oder zu reduzieren und den CO2-Ausstoß zu verringern. So können beispielsweise Anlagen und Leitungen gedämmt, Druckluftleitungen erneuert, Anlagen hydraulisch optimiert und Produktionsabfälle vermieden werden. Danach sollten Prozesse und Verfahren so umgestellt werden, dass sie effizient und mit möglichst geringen Energie- und Ressourcenverbräuchen betrieben werden.

Weiteres Einsparpotenzial des Energieverbrauchs und Senkung des CO2-Ausstoßes in Industrieanlagen bieten der Einsatz hocheffizienter Komponenten bei elektrischen Motoren und Antrieben, Pumpen, Ventilatoren, Druckluftanlagen sowie deren übergeordnete Steuerung und Regelung.

Tipp: Investive Maßnahmen zur energetischen und ressourcenorientierten Optimierung von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen werden im Modul 1 und im Modul 4 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft gefördert.

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